Quicktipp: Apps im Abo Was ist zu beachten?

Grafik: stilisierte Apps auf einem Bildschrim mit dem Schriftzug ABO
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Umschau-Quicktipp Abos für Apps

Abos für Apps

MDR JUMP Mi 25.10.2017 02:10Uhr 01:59 min

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Apps fürs Smartphone gibt es entweder gratis oder als Kaufvariante für einen oder mehr Euro bei Apple oder Google. An dieses Prinzip haben sich Nutzer gewöhnt. Seit letztem Jahr bieten aber zunehmend mehr seriöse Entwickler Apps im Abo an. Nach dem Prinzip: Einmal runterladen und dann monatlich zahlen. Auf Dauer kosten die Abo-Modelle auch mehr als die Kaufvariante. Aber auch schon einmal gekaufte Apps können auf die neue Bezahlvariante umgestellt werden.

Aufs Jahr gesehen deutlich teurer

Tablets und Smartphones liegen übereinander
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Auf das Abo-Modell setzen zahlreiche Anbieter von Apps für iPhones oder Android-Smartphones. Darunter sind Schreibprogramme, Passwort-Manager, Banking-Apps oder auch Apps fürs Flugzeugverfolgen. Auch die Anbieter von Spielen oder Lernprogrammen setzen auf das Abomodell. Zusätzliche Inhalte können nur so freigeschalten werden. Für die Anbieter bringt das Abo-Modell auf Dauer mehr Geld. "Die Bezahlvariante setzt auf kleine monatliche Beträge, die sich dann über die Nutzungsdauer ansammeln. Auf die ersten ein, zwei Monate kommt man vielleicht billiger aber aufs Jahr gerechnet ist das dann schon eventuell teurer", sagt Stefan Kirchner von teltarif.de. Als Gegenwert bieten die Entwickler meist einen besseren Support an. Sie helfen bei Fragen oder Problemen.

Umstellung im Kleingedruckten erlaubt

Besonders ärgerlich ist es, wenn auf das Abo-Modell umgestellt wird, obwohl das Programm schon als Kaufvariante erworben wurde. In den Bewertungen in den App-Stores ist immer wieder zu lesen, dass sich Nutzer darüber ärgern, weil sie jetzt ein zweites Mal zahlen sollen. Allerdings hätten Nutzer nur selten eine Handhabe, sagt unser Experte: "Der Entwickler kann sich etwa in den ABGs das Recht einräumen, in Zukunft das Bezahlmodell umzustellen. Dann hat man wenig Chancen, dagegen vorzugehen." Allerdings gebe es auch Entwickler, die nach dem Umstellen ihre ursprüngliche Kauf-App im App-Store lassen und das neue Abo-Modell als separates Programm hochladen. Immerhin werden schon gekaufte Apps nicht vom Smartphone deinstalliert, wenn auf Abo-Bezahlung umgestellt wird. Die alten Programme werden nur nicht mehr gepflegt. Mit den schon bezahlten Funktionen kommen Nutzer meist aber noch einige Jahre hin.

Vergleich wichtig!

Eine Frau mit schwarzem Oberteil hält ein schwarzes iPhone in ihrer Hand.
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Bevor sich Nutzer eine App als Abo holen, sollten sie in Ruhe vergleichen. Zu fast jeder teuren App gibt es inzwischen gute und günstige Alternativen als Kauf-Programm oder als Gratisvariante. Sie besitzen in der Regel die wichtigsten Eigenschaften der App, bieten aber meist etwas weniger Funktionen als die Abo-Variante. Muss es wirklich die App per Abo sein, sollten Nutzer nochmal ins Kleingedruckte schauen. Oft sind die Programme günstiger, wenn man die Jahresgebühr komplett bezahlt und nicht monatlich.

Wie raus?

Bei den meisten Anbietern kann man das Abo für die App problemlos kündigen, lobt Stefan Kirchner: "Unter Android kann man das in der App selbst machen. Bei iOS gibt es dafür eine zentrale Anlaufstelle in den Einstellungen und dort muss man seine Apple-ID aufrufen." Dort seien dann alle Abos aufgelistet und die können verlängert oder gekündigt werden. Die App muss man dann in der Regel noch selbst vom Smartphone löschen.

Abo-Fallen-Tricksereien

Junge spielt auf dem Smartphone und freut sich.
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Immer wieder versuchen unseriöse App-Anbieter, Kunden über ein Abo Geld abzunehmen, indem sie etwa in Spielen Werbebanner einblenden. Ein Klick darauf soll dann ein Abo als Folge haben. "Das ist illegal und dazu gibt es schon einige Gerichtsentscheidungen, dass solche Abos unrechtmäßig sind", sagt Stefan Kirchner. Nutzer müssten also nicht zahlen. Bei Ärger helfen die Verbraucherzentralen weiter.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 25. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2017, 02:10 Uhr

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