Quicktipp: Anti-Schuppen-Shampoos im Test Wie gut sind die gängigen Produkte?

Junger Mann wäscht sich die Haare in einer Badewanne
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MDR JUMP Di 07.11.2017 02:10Uhr 01:49 min

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Fast jeder zweite Deutsche hat unter Schuppen zu leiden, besonders häufig Männer, vorwiegend in der Pubertät und dem jungen Erwachsenenalter. Wenn die weißen Flöckchen aufs T-Shirt rieseln und die Kopfhaut juckt, ist das unangenehm und lästig. Abhilfe schaffen Anti-Schuppen-Shampoos. Wie gut sind die gängigen Produkte? Und gibt es auch Hausmittel, die wirken?

Das Problem sind nicht die Haare, sondern die Haut!

Einem Mann rieseln Schuppen auf die Schulter
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Schuppen sind kein „Abfallprodukt“ der Haare, sondern kommen von der Kopfhaut. Deren oberste Schicht erneuert sich, wie die Haut am gesamten Körper, aller vier Wochen. Neue Zellen wandern durch die Hautschichten nach oben, die toten Hautschüppchen werden abgestoßen. Das ist ein normaler Prozess, den man eigentlich nicht sieht. Wenn sich die Zellen aber schneller erneuern oder die toten Zellen nur verzögert abgestoßen werden, dann können die Schuppen verklumpen, werden größer und beginnen ungleichmäßig zu rieseln – und das sieht man dann auf dunklen T-Shirts und merkt es mitunter auf der Kopfhaut. Denn neben dem unästhetischen Rieseln leiden Betroffene häufig unter Juckreiz. Generell gibt es zwei Arten von Schuppen:

Trockene Schuppen

Die weißen Schuppen entstehen meist durch trockene Kopfhaut, Heizungsluft im Winter, austrocknende Shampoos und Pflegemittel, Föhnen oder auch bei starker Hitze im Sommer. Hier sind Frauen genauso häufig betroffen wie Männer. Auch bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu trockenen Schuppen, zum Beispiel bei der Schuppenflechte.

Fettige Schuppen

Durch eine erhöhte Talgproduktion entstehen gelbe, fettige Schuppen. Diese sind meist größer als trockene Schuppen und fühlen sich ölig an. Zudem sind sie meist klebrig und werden nicht so schnell abgestoßen. Das begünstigt das Wachsen bestimmter Hefepilze, zum Beispiel Malassezia furfur oder Pityrosporum. Die gehören zwar zur normalen Hautflora, werden aber bei Schuppen unangenehm. Winzige Entzündungsherde und große Talgdrüsen in der Kopfhaut führen dazu, dass sie besser wachsen können und machen die Haut noch empfindlicher. Die Folgen: Rötungen und Juckreiz.

Sind Schuppen gefährlich?

Schuppen sind meist ungefährlich, in seltenen Fällen nur stecken Krankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder weißer Hautkrebs dahinter. Stress, Hormonschwankungen, aber auch eine Veranlagung in der Familie können neben den genannten Ursachen Schuppen begünstigen. Schuppen an sich sind keine Krankheit sondern zeigen an, dass die Regulationsfunktion der Kopfhaut gestört ist. Ansteckend sind Schuppen nicht.

Anti-Schuppen-Shampoos helfen

In einem Supermarkt-Regal stehen Head & Shoulders-Shampooflaschen.
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Wer unter Schuppen leidet, greift gern zu speziellen Shampoos – und damit sind Betroffene auch generell gut bedient. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest aus dem Oktober 2017 haben alle der elf getesteten Anti-Schuppen-Shampoos die Schuppen gut bekämpft. Das liegt in erster Linie an den Inhaltsstoffen. Neben den üblichen Zutaten, die fast alle Shampoos enthalten – 80% Wasser, Tenside, Pflegemittel, Konservierungsstoffe – finden sich auf der Liste wirksamer Anti-Schuppen-Produkte Piroctonolamin, Salizylsäure, Climbazol, Zinkpyrition oder Selendisulfid. Diese chemischen Stoffe wirken gegen Hefepilze, sind antimikrobiell, entzündungshemmend und verlangsamen die Zellteilung. Damit wirken sie gegen die Ursachen von Schuppenbildung. Allerdings bekämpfen sie nicht die Probleme, die tief in der Haut entstehen.

Nach einer anfänglichen Reduzierung der Schuppen sollte das Anti-Schuppen-Shampoo daher dauerhaft ein- bis zweimal in der Woche im Wechsel mit einem möglichst milden Shampoo angewendet werden. Wenn die Schuppen nach mehr als einem Monat im Selbstversuch nicht weggehen oder münzförmige schuppige Stellen zurück bleiben, dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Dann kann nämlich auch eine ernsthafte Erkrankung wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder weißer Hautkrebs hinter dem Problem stecken. Vorsicht: Einzelne Stoffe können bei Allergikern zu Hautreizungen oder Juckreiz führen.

Die Testergebnisse

Am besten schnitt im Test das Anti-Schuppen Shampoo von Lidl mit einem sehr gut ab. Mit 50 Cent pro 100 Milliliter lag es preislich im Mittelfeld. Die preiswertesten Produkte von Aldi –Nord, Aldi-Süd und Rossmann kosten aktuell rund 17 Cent pro 100 Milliliter und bekamen von Warentest ein gut.

Das einzige Naturprodukt im Test, das Shampoo von Logona bekämpft die Schuppen mit Bio-Wacholderöl  auch gut. Allerdings hatten die 200 Probanden damit Schwierigkeiten beim Kämmen, das Haar war stumpf und nicht geschmeidig. Deswegen gab es dafür nur den letzten Platz mit einem ausreichend. Ansonsten waren die Shampoos weitgehend gut verträglich und zeigten keine Nebenwirkungen.

Alternativen zu Anti-Schuppen-Shampoos

Damit die Entstehung von Schuppen nicht noch begünstigt wird, helfen ein paar einfache Verhaltensweisen. So sollten die Haare möglichst nicht täglich gewaschen werden. Das reizt die Kopfhaut zu sehr. Auch der Haartrockner greift die sensible Kopfhaut an: Daher solltest du deine Haare nicht zu heiß föhnen bzw. an der Luft trocknen. Pflegeprodukte können die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen. Hier ist der Rat: möglichst wenig benutzen und auf milde Produkte zurückgreifen. So kann es zum Beispiel helfen, ein Babyshampoo zu benutzen. Das ist mild, rückfettend und ohne aggressive Inhaltsstoffe.

Wer bereits unter Schuppen leidet, aber zunächst die chemischen Substanzen konventioneller Anti-Schuppen-Shampoos vermeiden will, kann natürliche oder alternative Haarwaschmittel benutzen. In der Naturkosmetik werden beispielsweise Thymian, Wacholder oder Rosmarin eingesetzt. Die Kräuter sollen ebenfalls antibakteriell wirken und so Schuppenbildung reduzieren. Daneben wird Stiefmütterchentee als Haarspülung empfohlen. Ölkuren können eine Wohltat für die gereizte Kopfhaut sein. Dazu kann man Olivenöl oder Naturjoghurt in die Haare einmassieren und etwa eine halbe Stunde einwirken lassen. Das wirkt rückfettend und feuchtigkeitsspendend. Wenn der Juckreiz zu stark wird, kann eine selbstgemachte Essig- oder Zitronenspülung Linderung verschaffen.

Fazit

Wer etwas gegen Schuppen tun will, ist mit speziellen Shampoos aus dem Drogerie- oder Supermarkt gut beraten. Die meisten haben dank spezieller chemischer Inhaltsstoffe eine gute Anti-Schuppen-Wirkung. Allerdings kann die eigene Lebensweise dafür sorgen, dass Schuppen gar nicht erst zum Problem werden: nicht täglich Haare waschen, nicht zu viele Pflegeprodukte nutzen, nicht zu heiß föhnen und auch öfter mal die Beine hoch legen, denn Stress kann die Bildung von Schuppen durchaus befördern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 07. November 0017 | 09:22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2017, 02:10 Uhr

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