Paket
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Wahnsinn zu Weihnachten Darf ich mir Pakete zum Arbeitsplatz liefern lassen?

Gerade in der Vorweihnachtszeit macht es vieles einfacher: Online-Shopping. Kein Gedränge in der Innenstadt und das Paket kommt bequem nach Hause. Aber meistens genau in der Zeit, wenn wir bei der Arbeit sind. Da liegt es doch nahe, sich das Paket ins Büro liefern zu lassen. Ist das überhaupt erlaubt?

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Wer arbeiten geht und auf ein Paket oder Päckchen wartet, muss oft auf seine Nachbarn hoffen oder das Paket in einer Filiale in der Nähe abholen. Ein zusätzlicher Weg, der nicht selten zu Problemen führt: Der Nachbar wohnt gar nicht mit im selben Haus, der Name auf der Benachrichtigung ist unleserlich oder du stehst am Ende eine halbe Stunde lang in der Schlange der Postfiliale, um deine Sendung abzuholen.

Dabei lässt sich das ganz einfach umgehen: Du lässt dir deine Bestellungen einfach zum Arbeitsplatz liefern, denn da bist du ja genau in der Zeit, in der die Pakete meistens zugestellt werden. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Die Gesetzeslage

Eine gesetzliche Regelung dazu gibt es nicht, weiß Rechtsanwalt Thomas Kinschewski:

Die Versendung von Paketen an den Arbeitsplatz ist eine Sache, da muss ich den Chef fragen. Und wenn ich mir dann trotzdem mein Paket zustellen lasse und der Chef bekommt das mit, riskiere ich tatsächlich eine Abmahnung.

Eine Füller liegt auf einer Abmahnung
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Eine fristlose Kündigung droht dir aber nicht sofort, sagt Kinschewski, zumindest beim ersten Mal.

Generell dulden die meisten Arbeitgeber aber die privaten Paketzustellungen - solange die Mitarbeiter dadurch nicht von der Arbeit abgehalten werden. Manche Firmen haben auch Packstationen in der Nähe, an die du dir deine Pakete liefern lassen kannst.

Die Haftung

Kommt dein Paket beschädigt in der Firma an, gelten die gleichen Regelungen, wie bei der Lieferung nach Hause:

Die Frage der Beschädigung richtet sich nach den allgemeinen Beförderungsbedinungen und den Zustellbedingungen des Paketunternehmens und da steht meistens im Kleingedruckten sehr genau, wer wann wie haftet.

Einen wichtigen Tipp hat Kinschewski aber noch: Egal, wo du das Päckchen hinbestellst, öffne es gleich nach dem Empfang und prüfe schon, wenn du beim Paketboten unterschreibst, ob es äußerlich beschädigt ist.

Shoppen während der Arbeitszeit

Auch wenn es geduldet ist, Pakete ins Büro liefern zu lassen, heißt das nicht, dass du auch im Büro bestellen darfst. Internet-Bestellungen während der Arbeitszeit oder auch noch vom Arbeits-PC aus, sind einzeln geregelt. Ob und in welchem Umfang das erlaubt ist, steht in den Regelungen zur privaten Nutzung von Internet und Smartphone am Arbeitsplatz und können sich je nach Arbeitgeber unterscheiden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 06. Dezember 2017 | 14:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 20:37 Uhr