Ostereier
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Hexen in Finnland & Heringsbegräbnis in Irland Osterbräuche in anderen Ländern

Zu Ostern werden hierzulande Eier bemalt und an Frühlingssträuße gehängt, Osterkörbchen werden mit Süßigkeiten gefüllt und versteckt. Viele Leute backen Osterkränze und -brote. Es gibt aber auch Osterbräuche, die viel unbekannter sind. So spritzt man sich in Polen mit Wasser voll und in Finnland zieht man unter lautem Krach durch die Straßen.

Ostereier
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Ostern mit viel Krach - Finnland

Hierzulande sind Hexen in der Walpurgisnacht unterwegs. In den nordischen Ländern glaubt man jedoch, dass sie zu Ostern unterwegs sind. In Finnland ziehen daher kleine Mädchen als Hexe verkleidet von Tür zu Tür, sagen einen Vers auf und erbitten Süßigkeiten. Am Ostersonntag ziehen die finnischen Kinder außerdem mit allem, was viel Krach macht, durch die Straßen und jagen so Schnee und Eis fort.

Osterhase mit Rüsselnase

Bilby - Nachtaktives australisches Beuteltier
Er trägt die Eier im Beutel: der Bilby. Bildrechte: dpa

In Australien gibt es so viele Kaninchen, dass sie eine regelrechte Plage darstellen. Da wundert es nicht, dass man die Ostereier nicht auch noch von einem Hasen bringen lassen möchte.
Daher wurde der Osterhase durch ein Beuteltier ersetzt, den Bilby (Kaninchennasenbeutler). Er hat eine lange Nase und große Ohren und transportiert die Eier praktischerweise in seinem Beutel.

Dotzen, Klöckeln, Ditschen

Zwei Menschen halten Ostereier (Eierpecken).
Ei gegen Ei. Gewonnen hat, wessen Ei ganz bleibt! Bildrechte: dpa

Ostereierdotzen, Ostereierklöckeln, Ostereiertitschen, Ostereierdüpfen – das ist alles ein und dasselbe und wird in Russland, Bulgarien, Österreich und auch Schweden praktiziert. Im englischen Peterlee findet sogar jedes Jahr am Ostersonntag eine Weltmeisterschaft statt. Bei diesem Brauch muss man versuchen, mit der Spitze vom Ei die Spitze vom gegnerischen Ei zu zerschlagen. Das Problem dabei ist, dass das eigene Ei ganz bleiben muss!

Wasser marsch in Polen

Wer am Ostermontag in Polen spazieren geht, sollte wachsam sein. Es ist nämlich üblich, sich mit Wasser zu bespritzen, schlimmstenfalls gleich eimerweise. Seine Wurzeln hat dieser Brauch in der Taufe des polnischen Herrschers Mieszko I. um 966.

Heringsbegräbnis in Irland

Heringe
Schluss mit Hering. In Irland wird er zu Ostern begraben. Bildrechte: colourbox

Die Iren haben sich während der Fastenzeit früher vor allem von Heringen ernährt, besonders wenn sie arm waren. Denn bei streng gläubigen Christen gelten Fische nicht als Fleisch.
Bis heute wird der Hering zu Ostern symbolisch beerdigt und es darf endlich wieder Fleisch verzehrt werden, denn die Fastenzeit ist vorbei.

Zwänzgerle in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es kuriose Ostertraditionen. Beim "Zwänzgerle" strecken Kinder ihre Ostereier den Erwachsenen hin und diese müssen versuchen, ein Zwanzigrappenstück so auf das Ei zu werfen, dass es in der Schale stecken bleibt. Prallt die Münze ab (was meistens geschieht), gehört das Geld dem Kind, bleibt das Zwänzgerle stecken, bekommt der Werfer Ei und Geld.

Im schweizerischen Rumendingen "knütteln" die Leute zu Ostern. Das ist eine Art Boccia mit Stöcken. Einer wirft einen Stock, die anderen versuchen, ihre Stöcke möglichst nah zu platzieren.

Eierrollen in den USA

Beim "White House Easter Egg Roll" - dem Ostereierrollen im Weißen Haus in Washington - geht es am Ostermontag hoch her. Die Besucher können dort Eier mit Esslöffeln in ein Ziel rollen. Beim Fest ist sogar der Präsident dabei.

Rutenschläge in Tschechien

Es mutet etwas seltsam an: In Tschechien jagen die Jungs die Mädchen zu Ostern und schlagen ihnen vorsichtig mit einer Weidenrute gegen die Beine oder auf den Po. Doch der Brauch kommt den Mädchen zugute: Er soll für Schönheit und ein langes Leben sorgen. Als Dank verschenken die Mädchen Eier an die Jungs.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Mittag | 11.04.2017 | 12:20 Uhr