Stimmzettel für die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag liegen im Rathaus in Dresden (Sachsen) auf einem Tisch.
Bildrechte: dpa

Nichtwähler Darum solltest du zur Wahl gehen

Ist nicht wählen gehen okay? Nein, findet unser MDR JUMP Hauptstadtkorrespondent. Drei Gründe, warum du trotzdem zur Wahl gehen solltest.

Stimmzettel für die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag liegen im Rathaus in Dresden (Sachsen) auf einem Tisch.
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Die Bild-Zeitung hat Kanzleramtsminister Peter Altmaier eine ziemlich fiese Frage gestellt: "Ist es besser AfD zu wählen, als nicht wählen zu gehen?" Altmaier hat "nein" gesagt, also praktisch, dass die Leute lieber gar nicht wählen sollen, bevor sie die AfD wählen.

1. Nur wenn viele Wählen, funktioniert Demokratie

Damit hat der Politiker eine heftige Diskussion um Nichtwähler losgetreten. Denn eigentlich sollten Politiker doch die Leute dazu anhalten, wählen zu gehen, findet MDR JUMP Hauptstadtkorrespondent Martin Mair. Denn nur, wenn möglichst viele Leute wählen gehen, funktioniert Demokratie auch wirklich gut.

Stell dir mal vor, nur 20 Prozent gehen zur Wahl und entscheiden dann für die restlichen 80 Prozent mit.

2. Die Parteien sind nicht alle gleich

Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 waren fast 18 Millionen Deutsche nicht bei der Wahl. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Eine Umfrage des Forsa-Instituts nach den Gründen fürs Nichtwählen hat ergeben, dass die meisten schlicht glauben, dass sich sowieso nichts ändert. 63 Prozent können keine Unterschiede zwischen den Parteien erkennen.

Den Eindruck konnte auch das Fernsehduell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz erwecken, findet Martin Mair.

Das liegt daran, dass beide bei der Flüchtlingspolitik oder bei der Europapolitik ähnliches wollen. Aber bei so Fragen wie Rente oder Steuern gibt es dann riesige Unterschiede. Diese Unterschiede kann man alle in den Wahlprogrammen sehen. Da merkt man sehr schnell, dass die CDU was anderes ist als die SPD. Und auch die kleinen Parteien haben sehr große Unterschiede.

3. Wer nicht wählt, darf nicht meckern

Wer sich durch alle Programme gearbeitet hat und troztdem nicht weiter weiß, der sollte sich für die Partei entscheiden, die ihm am ehesten gefällt. Hundertprozentig zufrieden wird man nie mit einer Partei sein, sagt Martin Mair. Aber deswegen seinen Stimmzettel ungültig zu machen, oder gar nicht zur Wahl zu gehen hält er für falsch. Denn am Ende sei die Stimme verschenkt. Außerdem findet unser MDR JUMP Hauptstadtkorrespondent:

Wer nicht wählt, darf hinterher auch nicht meckern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 21. September 2017 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 17:13 Uhr