Sicher unterwegs bei Schnee und Eis
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Winterreifen Neues Alpine-Symbol bald Pflicht

Wer jetzt Winterreifen kauft, sollte auf das Alpine-Symbol achten. Das ist ab Anfang 2018 Pflicht für alle Reifen für die kalte Jahreszeit. Das bekannte M+S-Zeichen reicht dann nicht mehr aus.

Sicher unterwegs bei Schnee und Eis
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Ab Januar 2018 müssen Winterreifen den Berg mit den drei Zacken und Schneeflocke tragen. Das so genannte Alpine-Symbol. Allerdings gilt diese Pflicht nur für die Reifenhersteller, die dann keine anderen Reifen mehr produzieren dürfen. Autofahrer dürfen weiter ihre Winterreifen mit der M+S-Kennzeichnung auf der Flanke nutzen. Für die gilt die eine Übergangsfrist bis Ende September 2024. Bis dahin gelten diese Reifen bei einer Kontrolle als Winterreifen.

Neue Vorschrift soll mehr Sicherheit bringen

Offizielles Alpine-Symbol mit dem dreigezackten Berg und der Schneeflocke
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Für Winterreifen mit M+S-Kennzeichnung mussten die Hersteller keine einheitlichen Prüfungen bestehen. Das ist beim Alpine-Symbol anders. Für das müssen die Winterreifen zum Beispiel einen Bremstest auf Schnee bestehen. Dabei muss das Auto innerhalb einer vorgeschriebenen Strecke zum Stehen kommen. Die neue Winterreifen-Pflicht soll also für mehr Sicherheit auf der Straße sorgen. Dafür hat sich der deutsche Gesetzgeber an einer Regelung der UNECE für Winterpneus orientiert. Das Kürzel UNECE steht für die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen. Der ADAC rät Autofahrern, schon jetzt auf das Alpine-Symbol zu achten – auch wenn noch Reifen mit M+S verkauft werden dürfen. In einem aktuellen Test mit 32 Winterreifen für verschiedene Fahrzeugklassen war aber bei allen Reifen von allen Herstellern das Alpine-Zeichen drauf.

Günstigere Winterreifen manchmal sogar besser

Aktuell lässt sich nicht genau sagen, ob die neue, strengere Vorschrift Winterreifen teurer macht. Das liegt laut ADAC unter anderem daran, dass es für die Reifen keine Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) gibt. Die Preise können sich extrem unterscheiden, je nachdem ob man im Autohaus, beim reinen Reifenhändler oder direkt im Internet kauft. Laut ADAC-Sprecher Johannes Boos muss es auch nicht immer der Premiumreifen sein, um bei Eis und Schnee möglichst sicher zu fahren:

Wir haben im Test festgestellt, dass einige von den günstigen Zweitmarken der Hersteller sogar besser waren als deren Erstmarken.

Im ADAC-Test erreichte beispielsweise der von Goodyear entwickelte ESA+ TECAR Super Grip (Golfklasse) einen „guten“ zweiten Platz. Der teurere Reifen von Goodyear mit der Bezeichnung UltraGrip9 landete dagegen mit einem „befriedigend“ drei Plätze dahinter. Ähnlich bei Michelin: Deren Zweitprodukt Kleber Krisalp HP3 erzielt in der Reifendimension Golfklasse mit „gut“ einen dritten Platz in der Wertung, der Premiumreifen Michelin Alpin 5 vom selben Hersteller dagegen schaffte nur Platz zwölf mit „befriedigend“.  

Winterreifenpflicht bleibt

In Deutschland hat der Gesetzgeber eine situative Winterreifenpflicht festgelegt. Das bedeutet, es muss mit Winterreifen gefahren werden, wenn die Witterungsverhältnisse es erfordern. Wenn Glatteis, Schnee, Schneematsch, Eis oder Reifglätte herrschen, dürfen also keine Sommerreifen auf dem Auto sein. Wer ohne die entsprechende Ausrüstung unterwegs ist, wird im Ernstfall mit bis zu 120 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft. Anders herum dürfen Autofahrer an einem sehr warmen und trockenen Tag im Januar auch problemlos mit Sommerreifen fahren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 13. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2017, 15:00 Uhr

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