Ein Baby mit einem Beißring
Bildrechte: Colourbox.de

Katharina, Paul, Jason, Ida Was ist der richtige Name für das Kind?

Wie soll das Kind heißen? Darüber zerbrechen sich werdende Eltern monatelang den Kopf, denn jeder Name erzählt seine Geschichte. Wir haben eine Namensforscherin gefragt, welche Vornamen gerade im Trend liegen und auf was junge Eltern achten sollten.

Ein Baby mit einem Beißring
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Der eigene Name prägt einen Menschen - und kann durchaus auch seinen Werdegang beeinflussen, erklärt Gabriele Rodríguez. Sie arbeitet an der Uni Leipzig als Namensberaterin. Jeder Erwachsener habe seine eigenen Erfahrungen mit Vornamen und ordnet einen Vornamen durchaus unterschiedlich ein, allerdings gibt es auch ein kollektives Empfinden:

Das hängt mit Moden zusammen oder auch mit neuen und alten Namen und was man mit ihnen verbindet. Wenn wir eine Irmgard hören, denken wir eher an eine ältere Frau. Wenn wir Julia hören, dann stellen wir uns eine junge hübsche Frau vor und dieses kollektive Empfinden spielt mit rein.

Und so denken die Meisten automatisch bei Namen wie Paul, Alexander, Lena und Katharina automatisch an brave, gut gebildete Kinder, während man Justin, Jason und Chantal nicht so viel zu traut.

Es ist tatsächlich so, dass englischsprachige Namen bei uns noch immer eher negativ assoziiert werden.

Im Trend: Kurz und alt

Allerdings können solche Assoziationen auch regional unterschiedlich sein, bemerkt Rodríguez. Aktuell beobachtet die Wissenschaftlerin vor allem folgende Trends:

Zum einen werden die Vornamen immer kürzer, allerdings nicht in allen Regionen Deutschlands. Das ist vor allem der Osten und der Nordwesten. Im Süden bekommen die Kinder noch längere Namen. Und seit rund 10 Jahren kommen wieder die altdeutschen Namen. Es sind natürlich nicht alle geeignet, denn Elfriede klingt immer noch alt, aber Ida klingt jung und modern. Dabei ist der Name schon über 1000 Jahre alt. Bei den Jungen sind auch alte Namen wieder modern wie Arthur, Wilhelm oder Gustav.

Wichtig ist, dass der Name zu dem Kind passt und das kann man oft den Kindern ansehen:

Ich treffe Eltern, die sich nach der Geburt spontan um entschieden, weil der vorher ausgesuchte Name doch nicht zum Neugeborenen passt.

Und wenn dann der passende Name gefunden ist, sollte man nicht eine verkürzte Form als Rufnamen nutzen und die lange Form nur als Schimpfnamen, rät Rodríguez, denn dann baue das Kind sofort eine negative  Assoziation zu seinem Namen auf.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 06.03.2017 | 11:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2017, 12:29 Uhr

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