Lady Gaga beim Super Bowl LI
Bildrechte: IMAGO

Musik gegen Schmerzen Lady Gaga hilft bei Rücken

Die Österreichische Schmerzgesellschaft hat auf ihrer Jahrestagung eine gute Erkenntnis präsentiert: Musik hilft gegen Schmerzen. Lady Gaga und U2 sollen besonders gut wirken.

Lady Gaga beim Super Bowl LI
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Günther Bernatzky ist Präsident der Jahrestagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft und er hat gute Nachrichten:

Musik entspannt und verbessert die Stimmung.

Also endlich mal eine gute Ausrede, sich auf die Couch zu legen und wieder eine CD einzulegen. Und das ist nicht mal eine faule Ausrede, denn Bernatzky und seine Kollegen haben Studien, die das sogar belegen.

Er und seine Forscherkollegen haben herausgefunden, dass schon ein paar Takte harmonischer Musik dafür sorgen, dass der Körper die Glückshormone Dopamin und Serotonin ausschüttet. Außerdem steigt der Oxytocin-Spiegel, auch als "Kuschelhormon" bekannt. Gleichzeitig kann man nach wenigen Minuten schon deutlich weniger Stresshormone im Blut nachweisen.

50 Prozent weniger Schmerzen

In einer Studie wurden Patienten mit "schmerzhaften Wirbelsäulensyndromen" (also Rückenschmerzen), zusätzlich zur normalen Therapie ein CD-Spieler mit Kopfhörern gegeben. Dazu gab es eine Entspannungsanleitung und täglich 25 Minuten Musik. Eine zweite Gruppe musste ohne auskommen. Die Gruppe mit Musik hatte nach drei Wochen nur noch halb so starke Schmerzen, wie davor. Bei der Gruppe ohne Musik gingen die Schmerzen nur um 10 Prozent zurück.

In einer anderen Studie wurde festgestellt, dass Krankenhäuser weniger Schmerzmittel bei OP-Patienten brauchten, wenn sie vor und nach der OP Musik einsetzten.

Nicht jede Musik entspannt

Der Trick ist, die richtige Musik zu finden. Dass der Soundtrack zu einem Horrorfilm nicht sonderlich entspannend wirkt, ist kein Geheimnis. Songs wie "Alejandro" von Lady Gaga oder "Beautiful Day" von U2 wirken zum Beispiel eher aufputschend. Klassik dagegen beruhigt eher.

Das Geheimnis ist das Tempo: "Normale Körperfunktionen laufen bei 72 Herzschlägen pro Minute ab. Bei einem Tempo von mehr als 72 Beats per Minute wirkt Musik aufputschend, bei weniger wirkt Musik dagegen beruhigend", erklärt Bernatzky.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 17.05.2017 | 22:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2017, 15:18 Uhr

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