Kindersitz
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Verkehr Viele Eltern nehmen es mit dem Anschnallen nicht so genau

Erschreckende zahlen aus Bayern: Viele Eltern schnallen ihre Kinder im Auto nicht an. Dabei können Kindersitze Leben retten. Allerdings gibt es trotzdem einiges zu beachten.

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Bei Verkehrskontrollen zum Schuljahresanfang in Bayern sind knapp 2.000 Regelverstöße festgestellt worden. Darunter waren 1.500 mal Menschen im Auto nicht angeschnallt. 420 Kinder waren ohne Kindersitz im Auto unterwegs.

Bayerns Verkehrsminister Joachim Hermann (CSU) appellierte an die Eltern: "Legen Sie immer den Sicherheitsgurt an und sichern Sie Ihre Kinder mit geeigneten Kindersitzen, auch auf Kurzstrecken. Gurt und Kindersitze retten vielfach Leben."

Ab wann darf ein Kind ohne Kindersitz im Auto mitfahren?

Grundsätzlich sagt man, dass Kinder ab 12 Jahren ohne Sitz im Auto mitfahren dürfen. Allerdings gibt es noch ein paar Extra-Punkte zu beachten:

  • Ist dein Kind schon 1,50 m oder größer?
  • Liegt der Rücken deines Kindes am Fahrzeugsitz an?
  • Schließt das Knie deines Kindes mit dem Autositz ab?
  • Verläuft der Beckengurt auf der Hüfte?
  • Ist der Schultergurt zwischen Schulter und Hals?

Außerdem sollte das Kind während der Fahrt nicht zappeln oder sich nach vorne lehnen. Nur so ist es optimal geschützt.

Welcher Sitz in welchem Alter?

Babys fahren immer in gegen die Fahrtrichtung installierten Babyschalen mit. Wann man wechseln kann, ist weniger vom Alter abhängig, sondern vom Gewicht des Kindes. Bis 10 bzw. 13 Kilogramm sollten Kinder in der Babyschale mitfahren.

Ab dem Laufalter kann auf den Kindersitz umgestiegen werden, der nach vorne schaut.

Die letzte Stufe ist dann die Sitzerhöhung. Hier gilt weniger das Alter als Faustregel und mehr das Gewicht. Ab 15kg können Eltern und Kinder darauf umsteigen. Experten empfehlen da eine Sitzerhöhung, die Führungshörner hat. Durch die kann der Gurt optimal fixiert werden. Noch besser sei ein Sitzerhöher mit Rückenlehne, denn bei denen wird der Gurt so geführt, dass sie nicht wegrutschen können.

"Einer für alle" ist keine gute Idee

Zwar gibt es Sitze, die praktisch "mitwachsen", aber der ADAC rät von solchen Modellen ab. Lieber zwei, drei Sitze kaufen, die dann besser auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten sind. Im Zweifel sind die bei einem Unfall sicherer.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 28. September 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 09:48 Uhr

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