Eine Schwarze Katze läuft durch eine Einfahrt.
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Verschwundene Katzen Sind in Thüringen organisierte Tierfänger unterwegs?

Über 30 Katzen sind in Südthüringen verschwunden. Seit Mitte September passiert das immer wieder. Der Tierschutzverein Hildburghausen vermutet, dass Tierfänger unterwegs sein könnten. Wie wahrscheinlich ist das?

Eine Schwarze Katze läuft durch eine Einfahrt.
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Die Tiere sind wie vom Erdboden verschluckt. Meistens kommen sie abends nicht nach Hause. Hinweise gibt es keine und Suchmeldungen, Zettel und der Tierarzt können auch nicht weiterhelfen. Wo sind die Katzen aus dem Landkreis Hildburghausen?

Roberto Geiger vom Tierschutzverein Hildburghausen glaubt nicht mehr an einen Zufall.

Das Komische daran ist, es taucht keins der Tiere, die wir gemeldet bekommen, wieder auf. Sonst sind die wieder gefunden worden und auch die Anzahl war nicht so hoch.

Bei einer Familie in Lindenau sind sogar beide Katzen im Abstand von einer Woche verschwunden und nicht wieder gefunden worden. Selbst die in einem Fall eingesetzte Hundestaffel brachte kein Ergebnis.

Die sind spurlos verschwunden. Da wo die Hundestaffel angesetzt worden ist, wurden die Hunde an drei verschiedenen Stellen angesetzt und sind alle an einen Platz hingelaufen.

Sind die Katzen einem Verbrechen zum Opfer gefallen?

Meldungen, über ungewöhnlich viele verschwundene Katzen gibt es immer wieder. Eine Erklärung, wo die Katzen abgeblieben sein könnten, bleibt meistens aus. Immer wieder taucht aber die Theorie auf, die Katzen könnten von Katzenfängern gekidnappt worden sein. Die sollen die Tiere entweder an Labore oder Pelzhändler verkaufen.

Gründe, warum Katzen verschwinden, gibt es viele. Kidnapping hält Robert Derbeck vom Tierschutzverein Noris e.V. für unwahrscheinlich.

Mir sind bisher keine Fälle bekannt, wo Katzen wegen Fell oder Tierversuchen gefangen wurden. Der Verdacht besteht in Tierschutzkreisen zwar immer, jedoch konnte dieser trotz polizeilicher Ermittlungen bislang nicht bestätigt werden.

Eine Katze kuckt skeptisch
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Labore dürfen gar keine Hauskatzen verwenden, weil mögliche Vorerkrankungen das Testergebnis verfälschen könnten. Dass so viele Katzen in so kurzer Zeit verschwinden, hält er aber auch für ungewöhnlich. Tierfängerbanden dafür verantwortlich zu machen, sei zumindest plausibel. Der Handel mit Haustierfellen ist zwar seit 2009 EU-weit verboten, Katzen- und Hundefelle sind aber nach wie vor günstiger als Pelz von Zuchttieren. Es gibt allerdings noch eine andere Erklärung für die hohen Zahlen, so Robert Derbeck:

Die größten mir bekannten Verluste entstehen durch den leider immer noch möglichen Haustierabschuss von Jägern. Eine Katze, die je nach Bundesland weiter als 200 oder 300 Meter von einer bewohnbaren Anlage angetroffen wird, gilt automatisch als wildernd und darf von Jägern geschossen werden.

Und es gebe sogar Jäger, die sich auf den Haustierabschuss spezialisiert haben. Der Abstand zu bewohnbaren Anlagen werde auch oft nicht eingehalten. Dazu kommen noch die Tiere, die dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Wird ein Tier überfahren, werden die Kadaver oft beseitigt, ohne dass die Besitzer informiert werden können.

Wie kann ich meine Katze schützen?

Was den Schutz von Hauskatzen angeht, sind sich die Tierschützer aber einig. Sollte es auch in deiner Umgebung Meldungen über verschwundene Katzen geben, solltest du diese Tipps beachten:

1. Die Tiere abends ins Haus oder in die Wohnung holen. Auch wenn du tagsüber länger nicht zu Hause bist, solltest du dein Haustier einsperren.

2. Lass den Stubentiger kastrieren. Rollige Katzen und nicht kastrierte Kater können Artgenossen des anderen Geschlechts über weite Strecken hin anlocken. Die Lockrufe verführen auch sehr häusliche Katzen und Kater zu ausgedehnten Ausflügen, auf denen viele Gefahren lauern können.

3. Katze oder Kater registrieren lassen. Da bekommt das Tier einen Mikrochip implaniert. Mit dem kannst du etwas besser verfolgen, wo die Katze sich befindet. Allerdings bietet das keine hundertprozentige Sicherheit: Der Chip kann nur aus der Nähe ausgelesen werden und funktioniert nicht wie ein Ortungssender. Zudem müssen Tierbesitzer die Daten ihrer Katze im Deutschen Haustierregister des Tierschutzbundes oder bei TASSO registrieren zu lassen. Erst mit dieser Information können sich Finder beim Katzenbesitzer melden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 03. November 2017 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2017, 10:50 Uhr

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