Hund und Katze fressen gemeinsam.
Bildrechte: Colourbox.de

Neurobiologie Sind Hunde wirklich schlauer als Katzen?

Hund oder Katze? An dieser Frage spaltet sich die Menschheit. Eine Studie hat jetzt die Gehirne der beiden Tierarten untersucht. Das Ergebnis hat Konfliktpotential. Hunde haben demnach mehr als doppelt so viele Neuronen wie Katzen, sind also deutlich schlauer als die Mietzen.

Hund und Katze fressen gemeinsam.
Bildrechte: Colourbox.de

Es ist die ewige Streitfrage zwischen Hunde- und Katzenfans: Welche Tierart ist die schlauere? Für die Katzenliebhaber gibt es jetzt schlechte Nachrichten aus der Wissenschaft. Neurobiologen haben die Gehirne von Fleischfressern untersucht und herausgefunden, dass Hunde mehr als doppelt so viele Neuronen in ihrer Hirnrinde haben wie Katzen.

Bisher gab es Studien, die nahelegten, dass Katzen besser darin sind, kausale Zusammenhänge zu erkennen. Hunden wurde dafür eine höhere soziale Intelligenz bescheinigt. Ein Forscherteam aus Brasilien, den USA, Dänemark und Südafrika hat jetzt die Zellen in der Großhirnrinde von acht Fleichfressern gezählt. Die Anzahl der Neuronen setzten Wissenschaftler dann ins Verhältnis zur Gehirngröße. Untersucht wurden die Gehirne von Frettchen, Waschbären, Katzen, Hunden, Hyänen, Mangusten, Löwen und Braunbären. Die Studie erschien im Fachmagazin "Frontiers in Neuroanatomy".

Die Hunde liegen klar im Vorteil. Katzen besitzen demnach nur 250 Millionen kortikale Neuronen, Hunde mit ganzen 530 Millionen Neuronen mehr als doppelt so viele. Zum Vergleich: Das menschliche Gehirn hat etwa 16 Milliarden Neuronen. Für Studienleiterin Herculano-Houzel, die sich in einer Mitteilung der Vandberbilt Universität als 100-prozentiger Hundemensch zu erkennen gibt, ist deshalb klar: Hunde sind - zumindest biologisch gesehen - besser dazu in der Lage, komplexe Aufgaben zu lösen.

Dumme Braunbären, kluge Waschbären

Die These, die untersucht werden sollte, war, dass die Gehirne von Fleischfressern mehr Neuronen haben als die Gehirne von Pflanzenfressern. Diese Annahme widerlegt die Studie. Außerdem widersprechen die Ergebnisse früheren Theorien, dass domestizierte Tiere wie Hunde, Katzen oder Frettchen weniger Hirnzellen besitzen als ihre wilden Verwandten. Tatsächlich gibt es aber keine großen Unterschiede in der Anzahl der Hirnzellen zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern sowie zwischen Haus- und Wildtieren gibt.

Zwei Extreme fanden die Wissenschaftler. Während der Braunbär ein zehnmal so großes Gehirn hat wie eine Katze, hat er nur genau so viele Neuronen. Der große Gewinner der Studie ist der Waschbär: Sein Gehirn gleicht in der Größe dem der Hauskatze. Nervenzellen besitzt er aber doppelt so viele.

Dieses Thema im Programm MDR FERNSEHEN | LexiTV | 10. August 2016 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 12:31 Uhr