Obdachlose schlafen am Straßenrand
Bildrechte: IMAGO

Bei Schnee und Frost So könnt ihr Obdachlosen helfen

Bei Temperaturen, zu denen sich am liebsten niemand mehr aus dem Haus bewegen möchte, leben zehntausende Menschen auf Deutschlands Straßen. Wir sagen euch, wie ihr Obdachlosen in Notlagen helfen könnt.

Obdachlose schlafen am Straßenrand
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Aufmerksamkeit hilft

Viele Menschen leben auch in Mitteldeutschland auf der Straße - trotz eisiger Temperaturen im bevorstehenden Winter. Die Kälte kann für die Obdachlosen lebensgefährlich werden, wenn sie nicht richtig ausgestattet sind.

Holger Herzog vom Suchtzentrum Leipzig appelliert im Gespräch mit MDR JUMP deshalb an die Bürger, nicht wegzusehen.

Es hilft vor allem Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit auf Bürger, die in Not sind, die auf der Straße schlafen oder unter Brücken, in Abrisshäusern und manchmal auch in Bankfilialen, die abends warm sind.

Triffst du also gerade im Winter öfter auf einen Obdachlosen und dieser rührt sich über längere Zeit nicht, solltest du nachfragen, ob alles okay ist. Gleiches gilt, wenn du jemanden siehst, der nicht richtig angezogen ist oder in der Kälte ohne Schlafsack schläft. Dann solltest du dich für schnelle Hilfe an zuständige Stellen zu wenden, so Herzog:

In Leipzig ruft man zum Beispiel das Sozialamt an, die sollten sich darum kümmern. Wenn man die nicht erreichen kann, was nachmittags oder abends mal passieren kann, gibt es immer noch die Polizei oder die Feuerwehr: also die 112 anrufen, wenn Menschen akut in Not sind.

Spenden sind immer willkommen

In vielen größeren Städten gibt es außerdem Sammelstellen für Spenden. Im Winter gibt es oft einen Bedarf an Winterkleidung, auch Schlafsäcke und Isomatten werden gebraucht. Wichtig ist aber, dass du vorher nachfragst, was gebraucht wird, statt einfach mit einem Sammelsurium vorzufahren, rät Holger Herzog:

In Leipzig gibt es die Sachspendenzentrale oder man wendet sich direkt an die Träger der Wohnungslosenhilfe und fragt dort nach, ob die in ihren Kleiderkammern gerade Platz haben und Kleidung annehmen, das klappt eigentlich immer ganz gut.

Derzeit gesucht: Schlafsäcke für den Winter

Hilfe sucht zum Beispiel derzeit der Leipziger Volly Tanner. Er hat sich an MDR JUMP gewendet.

Ich sehe wie die Obdachlosen immer mehr werden und wie Menschen im Winter frieren und sterben. Deshalb brauchen wir Winterschlafsäcke.

Deshalb hat er auf eigene Faust eine Facebook-Veranstaltung mit allen Infos erstellt. Dort fragt eine Nutzerin, warum die Menschen nicht in Obdachlosenheimen untergebracht sind. Für ihn gibt es da eine einfache Antwort:

Viele Obdachlose wollen dort nicht hin, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Es kam zu sexuellen Übergriffen. Diebstahl war an der Tagesordnung. Das heißt nicht, dass unsere Obdachlosenheime schlecht sind. Aber es passieren permanent negative Sachen.

Auch Organisationen wie die Heilsarmee, die Bahnhofsmission oder auch die Diakonie bieten Obdachlosenhilfe an und nehmen oft Spenden entgegen. Hier hilft eine kurze Netz-Recherche, wer sich in deiner Stadt engagiert.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 10. November 2017 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2017, 14:01 Uhr

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