Ein Hund bekommt seinen Fressnapf
Bildrechte: Colourbox.de

"Mein Hund isst vegan" Wenn das Haustier kein Fleisch mehr bekommen soll

Immer öfter kommt es vor, dass Haustierbesitzer ihre Katze oder ihren Hund vegan ernähren wollen. Veganes Hundefutter kann man mittlerweile in allen Varianten kaufen, im Internet findet man Rezepte zum Selbermachen. Aber ist das eigentlich gut für das Tier?

Ein Hund bekommt seinen Fressnapf
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"Man kann beobachten, dass unter den Hunden- und Katzenbesitzern in letzter Zeit zwei Extreme aufgekommen sind", sagt Dr. Cornelia Rückert vom "Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik" der Universität Leipzig. "Das ist zum einen das sogenannte 'barfen', also die extrem fleischlastige Fütterung des Tieres und eben diese Schiene sein Tier vegetarisch oder vegan zu ernähren um seine Vorstellung von gesunder Ernährung auf das Tier zu übertragen." In den letzten fünf Jahren habe der vegane Ernährungstrend auch bei Haustieren stark zugenommen. Experten wie Dr. Rückert sehen so etwas kritisch:

Grundsätzlich halten wir davon nichts. Es gibt das Tierschutzgesetzt, in dem es heißt, dass das Tier entsprechend seines Verhaltens- und Ernährungsansprüche zu halten ist und weder der Hund noch die Katze sind darauf ausgelegt vegan ernährt zu werden.

Langzeitstudien zur veganen Tierernährung gibt es noch nicht. Besitzer, die ihr Haustier ohne Fleisch ernähren, schwärmen in Internetforen "von glänzendem Fell" und einem gesünderen Tier. Rückert sieht dies aber als "subjektive Eindrücke" der Besitzer, die aus medizinischer Sicht nicht belegt seien.

Ein Hund verträgt vegetarische Kost

Hunde sind von Natur aus eigentlich Fleischfresser, doch ähnlich wie beim Menschen, geht es auch ohne:

Der Hund kann durchaus auch vegetarisch – nicht vegan – ernährt werden. Das ist, wenn es zum Beispiel ein Krankheitsfall erfordert, eigentlich nicht das Problem.

Von einer veganen Ernährung, also dem Verzicht auf alle tierischen Produkte, rät Dr. Cornelia Rückert jedoch ab. "Man müsste ganz viele Ergänzungsmittel hinzu füttern, damit es dem Tier nicht schadet", erklärt sie. Der Hund brauche Nährstoffe, die aus einer tierischen Ernährung resultieren.

Kein Fleisch für Katzen? Geht gar nicht!

Einer Katze hingegen kann nicht nur eine vegane, sondern auch schon eine vegetarische Ernährung schaden, denn Katzen sind reine Fleischfresser:

Das bedeutet, dass sie wirklich auf das Aminosäuremuster dieser Proteine, die im Fleisch enthalten sind, angewiesen sind. Die Katze hat einige spezielle Nährstoffbedürfnisse, die hat einige Aminosäuren und Fettsäuren, die sie ganz zwingend braucht. Und das ist nur über eine fleischbasierte Ernährung möglich.

An Haustieren lässt sich übrigens viel Geld verdienen. Allein mit Katzenfutter wurde in Deutschland 2016 ein Umsatz von 1,6 Milliarden Euro erzielt, für Hundefutter war es fast ebenso viel. Die Industrie springt gerne auf Trends wie "veganes Hundefutter" auf, wenn sie damit Geld verdienen kann. Wer seinem Tier kein Fleisch füttern möchte, sollte sich allerdings "keinen fleischgewohnten Beutefresser anschaffen", findet Rückert, "ein Kaninchen tut es dann auch."

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Nachmittag | 16.08.2017 | ab 15:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2017, 13:45 Uhr