Johannes Brinkies streckt sich nach einem Ball
Bildrechte: IMAGO

Mathematiker entschlüsseln den Fußball Die Meisterschaft ist schon entschieden

Endlich rollt wieder der Ball in der Fußball Bundesliga. Deutsche Mathematiker errechnen mithilfe eines Algorithmus, welche Mannschaft die Saison wie abschließen wird. Die Prognosen sind erstaunlich gut. Klar, dass solche Daten mittlerweile auch alle Proficlubs interessieren.

Johannes Brinkies streckt sich nach einem Ball
Bildrechte: IMAGO

Als Mathematiker Jörg Seidel - eigentlich aus einem Spaß heraus - 2004 einen Algorithmus schrieb, der bestimmte Prognosen für Fußballspiele erstellte, war er selbst erstaunt, wie gut dieser funktionierte. Er tippte mithilfe der Prognose, dass Außenseiter Griechenland die EM gewinnt und behielt Recht. Aus einem Spaß heraus wurde eine Firma gegründet, die mittlerweile Prognosen und Analysen für Proficlubs, Spielerberater und andere weltweit erstellt.

Alles kann nicht vorhergesagt werden

Natürlich kann nicht alles im Vorfeld errechnet werden, erklärt Mitgründer Thorsten Wittmütz:

Fußball ist ständig in Bewegung und hat eine hohe Komplexität. Fehler von Einzelnen lassen sich nicht vorhersagen. Wir können nur eine generelle Prognose hervorsagen, nicht jede einzelne Spielsituation. Und das wird auch Fußball weiterhin so Spannend machen.

Der Algorithmus, der Goalimpact genannt wurde, prognostiziert vor allem die Spielstärke einzelner Spieler und das teilweise mit erstaunlicher Treffsicherheit:

Das aller erste, wo wir überrascht waren, wie gut der Algorithmus funktioniert, war 2004. Da ist immer ein 16-jähriger Spieler ganz oben aufgetaucht in unseren Prognosen, den damals die wenigsten auf dem Schirm hatten und den wir als den talentiertesten Spieler der Zeit angesehen haben und zwar war das Mesut Özil.

Daten wie Zweikampfstärke spielen für das Unternehmen für die Prognosen keine Rolle. Sie schauen, welcher Fußballspieler bei welchem Spielstand auf welchem Platz stand und wie sich der Spieler auch während einer Saison weiter entwickelt. "Welche dieser Daten sind also wirklich relevant? Am Ende sind das die Tore. Der Goalimpact beschreibt den tatsächlichen Einfluss eines Spielers auf den Ausgang des Spiels", so Wittmütz.

Bayern München wieder Meister?

Tatsächlich sehen die Mathematiker Bayern wieder den Meistertitel holen, dicht gefolgt von Borussia Dortmund. Am Ende sind die Prognosen eine statistische Wahrscheinlichkeit - und natürlich kann, wie bei allem, alles auch ganz anders kommen, als die Statistik sagt. Für die kommende Bundesligasaison sieht Goalimpact übrigens RB Leipzig aktuell als viertbesten Club:

Bei Leipzig ist das Faszinierende, dass Leipzig mit sehr jungen Spielern agiert, die sich im Laufe einer Saison statistisch weiter entwickeln und verbessern.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 17.08.2017 | 11:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2017, 09:58 Uhr