Eier
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Vogelgrippe in Mitteldeutschland Eier aus Freilandhaltung dürfen nicht mehr verkauft werden

Wer im Supermarkt ganz bewusst Eier aus Freilandhaltung kauft, hat ab heute Pech gehabt. In Sachsen-Anhalt dürfen Eier ab sofort nicht mehr als Freiland-Eier vekauft werden.

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In Deutschland geht die Vogelgrippe um. Zum Schutz vor einer Infektion, werden deshalb auch freilaufende Hühner in Ställe gesperrt. Die Stallpflicht gilt seit November vergangenen Jahres. Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert ließ durchblicken, dass sich das so schnell nicht ändern wird, weil es immer noch neue Fälle der Vogelgrippe gibt.

Zwölf Wochen Frist

Laut einer EU-Verordnung dürfen die Eier noch zwölf Wochen danach mit dem Prädikat Freilandhaltung verkauft werden. Diese Frist läuft heute ab. Schon bald sind deshalb im Supermarkt nur noch Eier aus Bodenhaltung zu finden. Noch ist ein Ende der Stallpflicht nicht in Sicht, denn die Vogelgrippe ist weiterhin in Deutschland verbreitet. Zwar gab es in einigen Landkreisen und Bundesländern eine Entwarnung, trotzdem werden immer wieder infizierte Tiere gefunden.

Viele regionale Betriebe betroffen

Nach der Frist, müssen die Freiland-Betriebe die Verbraucher auf die Bodenhaltung hinweisen. Sie können entweder ihre Verpackung umetikettieren oder komplett austauschen. Das sind aber Mehrkosten für die Betriebe, obwohl der Verkauf der Eier aus Bodenhaltung ihnen weniger Geld einbringt.

Das sind immerhin vier bis zehn Cent pro Ei, die uns an Einnahmen fehlen.

erklärt Werner Gutzmer, Sprecher des Wirtschaftsverbands Eier und Geflügel in Sachsen-Anhalt. Bei mehreren zehntausend Hühnern einem Betrieb können da locker über 1.000 Euro Verlust pro Tag zusammenkommen. Deshalb will der Verband die Eier auch weiterhin als Freilandeier verkaufen dürfen, oder Ausgleichszahlungen vom Staat.

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert hält das für schwierig. Sie befürchtet, dass so das Vertrauen in die Lebensmittelbezeichnungen aufgeweicht wird.

Übrigens bleiben Bio-Eier dennoch Bio-Eier. Generell ist in den gesetzlichen Vorschriften kein Auslauf für die Tiere vorgeschrieben. Die Kennzahl an der man ein Haltung der Tiere erkennt, bleibt gleich (für Bio: "0") .

Das unterscheidet Freiland- und Bodenhaltung

Freilandhaltung

Freilandhaltung

Generell gelten bei Freiland- und Bodenhaltung ähnliche Vorgaben was den Stall, das Futter, die Haltung und den Platz im Stall betrifft. Der Unterschied bei der Freilandhaltung ist, dass die Hühner einen Freiauslauf von vier Quadratmetern haben müssen. Außerdem hat der Stall Sitzstangen.

Eier aus Freilandhaltung werden mit "1" gekennzeichnet.

Bodenhaltung

Bodenhaltung

In Deutschland dominiert laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Bodenhaltung mit 63%. Neun Legehennen leben auf einem Quadratmeter und mindestens ein Drittel des Stalls muss gestreut sein, damit die Tier scharren können.

Eier aus Bodenhaltung werden mit der Zahl "2" gekennzeichnet.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 07.02.2017 | 19:00 Uhr