Schauspielerin Alyssa Milano
Bildrechte: IMAGO

#MeToo Eine Frau hat uns erzählt, wie sie sexuell belästigt wurde

Der Fall Harvey Weinstein zeigt: selbst für berühmte Frauen gehört sexuelle Belästigung zum Alltag. Unter dem #MeToo berichten Frauen von ihren Erlebnissen. Nicht die erste Aktion dieser Art.

Schauspielerin Alyssa Milano
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Der Fall Harvey Weinstein hat eine große Debatte über sexuelle Übergriffe ausgelöst. Unzählige Frauen berichten darüber, wie sie im Alltag belästigt wurden und dass sie selbst schonmal Opfer eines Übergriffs geworden sind.

Angefangen hat alles mit einem Tweet der Schauspielerin Alyssa Milano, in dem sie Frauen dazu aufruft, sich mit "#metoo" zu melden, wenn sie auch Opfer sexueller Belästigung geworden sind.

If you’ve been sexually harassed or assaulted write ‘me too’ as a reply to this tweet.

Alyssa Milano

Warum muss ich den Tweet erst laden?
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Auch Steffi* aus dem MDR JUMP Sendegebiet hat auf Facebook den Status #metoo geteilt. Im Gespräch sagt sie:

Sowas passiert ständig. Ich werde häufig von fremden Männern begrapscht, vor allem am Hintern. Seitdem ich 13 Jahre alt bin passiert mir das regelmäßig.

Steffi erzählt auch, dass sie es mittlerwiele schon so häufig erlebt hat, dass es für sie fast zur Normalität geworden ist. Die Männer auf ihr Verhalten anzusprechen ist auch leichter gesagt, als getan, erzählt sie.

Wenn ich sie dann anspreche, dann tun sie so, als hätten sie nichts getan und als sei ich eine Lügnerin. Dagegen kann man kaum was sagen. Dazu kommen dann noch Nachrichten auf Facebook, die weit über Komplimente hinausgehen. Zum Beispiel: "So ein lecker Arsch!", "Arr, ich könnte dich so richtig..." oder "Vorhin sahst du schon wieder so geil aus" von Männern, die ich eigentlich nur vom Sehen kenne.

Den Hashtag hat Steffi nach einem Gespräch mit einer Freundin gepostet:

Wir haben gemeinsam festgestellt, dass es eigentlich jede Frau kennt und schon sexuell belästigt wurde, es aber irgendwie immer heruntergespielt wurde.

Sie hofft, dass die Aktion sensibilisiert und klar macht, dass sexuelle Belästigung für viele Frauen zum Alltag gehört.

Hoffentlich haben es auch die gelesen, die diese ekelhaften Facebook-Nachrichten geschrieben haben.

Vor allem auf Twitter haben sich unzählige Frauen (und auch Männer) mit ähnlichen Geschichten gemeldet.

Dieser "Onkel", der zur Begrüßung lange auf den Mund küsst und dessen Hände beim Tanzen überall waren und nicht losließen, wehtaten.

RandalePaula

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Der Bandkollege meines damaligen Partners.

Merlin

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Ich habe jahrelang in der Gastronomie gearbeitet. Sexuelle Belästigung gab es im 5-Sterne-Hotel genau so wie in der Kneipe.

Butterblumenland

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Wenn mein ehemaliger Chef mit sagt, welche Hose ich anhaben soll, damit mein Po besser aussieht und wir mehr Ware verkaufen können. #MeToo

Sinafete

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#metoo Wenn dein Englischlehrer in der Oberstufe dir bei einem Schulauftritt zusammen in einer Zauberkiste einen Klaps auf den Hintern gibt!

Farinaz Noir

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FKK - Urlaub an der Küste, ein Mann spielt mit mir so gern, im Meer will er immer zwischen meinen Beinen durch schwimmen. Ich war 10J #MeToo

Fiona Lichtblau

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Nicht die erste Netzkampagne gegen sexuelle Belästigung

Die Aktion ist nicht die erste, die auf sexuelle Belästigung und Übergriffe aufmerksam machen will. 2013 startete die Journalistin Anne Wizorek #Aufschrei. Schon damals berichteten viele Frauen von Belästigung und Diskriminierung im Beruf.

Die 20-jährige Noa Jansma aus den Niederlanden wurde gerade erst bekannt dafür, dass sie Selfies mit den Männern schießt, die sie auf der Straße anmachen.

* Name von der Redaktion geändert

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2017, 15:20 Uhr