Pendler besteigen einen Regionalzug
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Der lange Weg zur Arbeit 5 Fakten, die jeder Pendler wissen sollte

Immer mehr Menschen in Mitteldeutschland pendeln zur Arbeit. Die Gründe dafür sind vollkommen unterschiedlich. Fünf Fakten, die jeder Pendler wissen sollte

Pendler besteigen einen Regionalzug
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1. Es gibt immer mehr

In Sachsen-Anhalt und Sachsen steigen die Pendlerzahlen immer weiter. Nur in Thüringen sinken sie laut Landesamt für Statistik. In jedem der drei Bundesländer liegt die Zahl der Auspendler jeweils zwischen 130.000 und 150.000. Diese Menschen arbeiten in einem anderen Bundesland, als sie wohnen.

2. Pendeln ist gut für die Wirtschaft...

Hat ein Bundesland überhaupt was davon, wenn seine Bewohner woanders arbeiten? Die Antwort ist: ja. Kay Senius, der Chef der Bundesagentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-Thürignen erklärt, dass die Pendler das Geld zwar woanders verdienen, es aber in ihrem Heimatbundesland ausgeben.

3. ... aber schlecht für die Gesundheit.

Studien haben ergeben, dass Pendler für eine ganze Reihe von Erkrankungen anfällig sind. Dazu gehören Kopf-, Rücken- und Magenschmerzen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Schlafstörungen. Außerdem sind Pendler tendeziell gereizter und können sich bei der Arbeit schlechter konzentrieren. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, der bekommt außerdem häufiger Erkrankungen und grippale Infekte.

Es gibt auch Unterschiede zwischen Menschen, die sich das Pendlerdasein ausgesucht haben und solchen, bei denen es nicht anders geht. Die Menschen, die freiwillig pendeln haben eine positivere Grundhaltung und sind dadurch weniger gestresst. Generell gilt beim Stressfaktor aber die Zeit. Wer mehr als 90 Minuten am Tag unterwegs ist, der empfindet eher Stress, als jemand, bei dem der Weg nicht so lange dauert.

4. Pendeln ist nicht gut für die Liebe

Pendler verbringen wesentlich mehr Zeit im Zug oder im Auto, als andere Menschen. Dementsprechend bleibt auch weniger Zeit für Familie, Freunde und Partner. Eine Studie der schwedischen Umea-Universität, die den Titel "Bis dass die Arbeit uns scheidet" trägt, hat herausgefunden, dass bei Pendlern die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung um 40 Prozent steigt. Nach fünf oder mehr Jahren "pendelt" sich die Wahrscheinlichkeit allerdings bei einem Wert von etwa 11 Prozent ein.

Auch allgemein leidet das Sozialleben unter der Pendelei. Pendler haben weniger Freunde und laufen eher Gefahr, zu vereinsamen.

5. Zugpendler haben es besser

Zwar nutzt der überwiegende Teil der Pendler das Auto, wer aber mit dem Zug pendelt, hat es doch ein Stückchen besser: Bahnfahrer können in der Zeit nämlich lesen, oder Musik hören. Experten raten allerdings davon ab, im Zug zu schlafen. Gerade bei Langstreckenpendlern führe das dazu, dass sie nachts schlechter schlafen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 10.03.2017 | 10:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2017, 11:56 Uhr

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