Eine S-Bahn fährt am Bahnsteig ein.
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Fahrplanwechsel bei der DB Gute Nachrichten für Problemstrecke zwischen Halle und Leipzig

Die Bahn hat den Fahrplan ab Dezember 2017 veröffentlicht. Die schnellere ICE-Strecke zwischen Berlin und München kann ab sofort gebucht werden. Aber die mitteldeutschen Pendler schauen gerade besonders auf das S-Bahn-Netz. Auf die beliebteste Strecke: zwischen Leipzig und Halle.

Eine S-Bahn fährt am Bahnsteig ein.
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Es ist schon fast Glück, morgens oder abends nach der Arbeit einen Platz in der S-Bahn zwischen Leipzig und Halle zu bekommen. Bisher sind es nur drei Züge - ab Dezember sollen vier Verbindungen pro Stunde zwischen den beiden Städten pendeln. Die S5 fährt wieder die komplette Strecke, erklärt Wolfgang Ball vom Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt:

Bisher war es so, dass einige Züge am Flughafen hielten und abgestellt waren. Das haben wir aufgehoben. Damit haben wir eine Reserve erschlossen, die sich für die S-Bahn gut nutzen lässt .

Nicht mehr Fahrzeuge im Einsatz

Im mitteldeutschen S-Bahn-Netz sind rund 50 Fahrzeuge unterwegs. Das bleibt auch ab Dezember so. Allerdings werden die Fahrzeuge besser verteilt, teilt die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. Probleme kann es trotzdem noch geben - beispielsweise durch Grafitti-Schmierereien, defekte Türen oder Vandalismus. Pendler müssen sich also weiterhin auf überfüllte S-Bahnen gefasst machen. Einer der Betroffenen sagte uns:

Wenn man den Berufsverkehr zwischen Leipzig und Halle erwischt, ist das kein Spaß, weil es rappelvoll ist. Ich stehe hier mit meinem Gepäck, hab einen Koffer, eine große Tasche, eine Handtasche, fertig vom Arbeitsalltag und muss die Fahrt im Gang verbringen. Wenn ich Pech habe, muss ich mich am Tisch festhalten, weil es oben noch nicht mal Schlaufen gibt.

Die Deutsche Bahn plant schon jetzt in den Stoßzeiten mit zwei Fahrzeugteilen. Aber wenn das durch Vandalismus nicht eingehalten werden kann, bringt das den Reisenden natürlich nichts, kritisiert zum Beispiel auch der Fahrgastverband “Pro Bahn”. Sprecher Christian Schulze-Grießbach:

Praktisch bedeutet das aber, dass die Leute von derartigen Hühner-Transporten die Nase voll haben, wieder Autos kaufen, froh sind, wenn sie den Job wechseln können. Die wollen einfach nur noch raus aus den elenden, überfüllten Zügen. Das ist eine Sauerei, dass man dieses Geschenk der ausgebauten Infrastruktur mit einer richtig leistungsstarken Stammstrecke in Leipzig, die auch sehr teuer war, leichtfertig verspielt, weil einfach die Züge zu klein, zu wenig und zu winzig sind.

"Pro Bahn" fordert sogar eine ganz neue S-Bahn-Linie auf der Strecke. Knackpunkt ist vor allem Schkeuditz mit dem riesigen DHL-Luftfahrtdrehkreuz. Da ist der Pendlerwahnsinn besonders groß. Ob es eine neue Linie zur Entlastung gibt, ist aber noch komplett offen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 17. Oktober 2017 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2017, 10:38 Uhr

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