Serverraum
Bildrechte: IMAGO

Big Data Können Facebook-Daten Wahlen beeinflussen?

Facebook sammelt wahnsinnig viele Daten über seine Nutzer. Eigentlich werden die genutzt, um maßgeschneiderte Werbung zu verkaufen. Doch mittlerweile hat auch die Politik Interesse an den Daten.

Serverraum
Bildrechte: IMAGO

Worum geht's überhaupt?

Ein Psychologe aus Cambridge gibt sich die Schuld, dass Donald Trump die US-Wahl gewonnen hat und die Briten sich für den Brexit entschieden haben. Das Schweizer "Magazin" hat die Geschichte von Alexander Kosinski und seiner Methode aufgeschrieben.

Wie funktioniert diese "Methode"?

Das Zauberwort ist Psychologie. Zwei Psychologen haben in den 80ern ein Modell aufgestellt, mit dem die Persönlichkeit jedes Menschen erfasst werden kann. Dazu muss man allerdings erstmal einen extrem detaillierten Fragebogen ausfüllen. Auf Basis der Antworten wird die eigene Persönlichkeit zwischen fünf Dimensionen eingeordnet:

  • Offenheit (Wie aufgeschlossen bist du gegenüber Neuem?)
  • Gewissenhaftigkeit (Wie perfektionistisch bist du?)
  • Extraversion (Wie gesellig bist du?)
  • Verträglichkeit (Kannst du gut mit anderen Menschen?)
  • Neurotizismus (Bist du leicht verletzlich?)

Mit diesen fünf Kategorien kann man ziemlich genau sagen, welche Bedürfnisse und Ängste ein Mensch hat.

Was hat das Ganze mit Facebook zu tun?

Donald Trump hält eine Rede
Hat Donald Trump mit Big Data die Wahl gewonnen? Bildrechte: Getty Images

Facebook funktioniert wie ein riesiger Persönlichkeitstest: Wir liken alles Mögliche, posten, wo wir sind oder worüber wir uns aufregen und stellen Fotos davon hoch. Außerdem sammelt Facebook im ganzen Internet Daten über uns. Überall da, wo ein Like-Button ist, kann Facebook Daten über uns sammeln.

Machen wir mal ein einfaches Beispiel: Peter ist auf Facebook Fan von Udo Lindenberg. Außerdem hat er sich auf Amazon Plattenspieler angesehen. Wenn man beiden Daten zusammenführt, dann ergibt das, dass es eine gute Idee wäre, Peter Werbung für Udo-Lindenberg-Platten zu zeigen. Und vielleicht kauft er dann auch eine.

So kann man angeblich Politik damit beeinflussen

Die Firma Cambridge Analytica aus London bietet genau das an, nur mit wesentlich mehr Daten. Das Beispiel von Peter hatte zwei Daten, Cambridge Analytics benutzt tausende solcher Infos. Wegen der schieren Masse an Daten spricht man auch von "Big Data".

Cambridge Analytica kauft aus allen möglichen Quellen Daten über Menschen und errechnet dann, was sie möglicherweise wollen könnten. Donald Trump hat für seine Präsidentschaftskampagne die Dienste der Firma in Anspruch genommen. Auf der Basis der Daten konnte Donald Trump den Leuten dann maßgeschneidert Botschaften schicken: Ängstliche Menschen haben zum Thema Waffenrecht eine Botschaft bekommen, in der es um Selbstschutz ging. Konservative haben eine Nachricht bekommen, in der ein Foto von einer Familie auf der Jagd zu sehen war.

Also haben Facebook-Daten Trump ins Weiße Haus gebracht?

Cambridge Analytica stellt es zumindest so dar. Auch Michael Kosinski befürchtet, dass dem so ist. Aber schlüssige Beweise dafür fehlen einfach. Und das liegt vor allem daran, dass es dabei um sehr viel Geld geht. Trump hat für die Dienste von Cambridge Analytica Millionen ausgegeben. Außerdem will Cambridge Analytica auch beim Brexit eine wichtige Rolle gespielt haben. Eine anonyme Quelle berichtete dem Magazin WIRED, dass die Dienste damals dann doch einfach zu teuer waren.

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2016, 14:09 Uhr