Beliebtheit ist nicht alles Enge Freunde in der Jugend machen glücklicher

Bei Kindern und Jugendlichen geht es oft vor allem darum, beliebt zu sein. Angeblich macht sie das aber später unglücklich, haben jetzt amerikanische Wissenschaftler herausgefunden.

Zehn Jahre hat die Studie der Society for Research in Child Development gedauert. In dieser Zeit wurden 169 Teenager vom 15. bis zum 25. Lebensjahr von Soziologen begleitet.

Im ersten Teil der Studie wurde die Popularität der Teilnehmer festgestellt. Dafür führten die Forscher Interviews mit deren Freunden. Im zweiten Teil wurden die Teilnehmer jährlich zu ihren Freundschaften befragt. Dabei spielten auch soziale Ängste und Selbstwert eine Rolle.

Überraschendes Ergebnis

Die Soziologen fanden heraus, dass die Teilnehmer, die früher beliebt waren, als junge Erwachsene eher mit sozialen Ängsten, wie Depressionen zu kämpfen hatten. Teilnehmer, die im jungen Alter nicht so beliebt waren und nur wenige enge Freunde hatten, waren später sozial gefestigter und glücklicher.

Enge Freunde unterstützen ein positives Selbstbild

Von einer großen Gruppe gemocht zu werden, kann eine echte, tiefe Freundschaft nicht ersetzen. Und diese Erfahrungen bleiben uns, egal, was später passiert. Auch wenn es uns die Technik immer einfacher macht, ein soziales Netzwerk aus oberflächlichen Freundschaften aufzubauen, sollten wir dennoch Zeit und Aufmerksamkeit in enge Bindungen mit nur ein paar Individuen investieren.

 Joseph Allen, Hugh P. Kelly Psychologieprofessor an der University of Virginia

Die Forscher gehen davon aus, dass die positiven Gefühle, die durch enge Freundschaften entstehen, auch positive Auswirkungen auf das Selbstbild einer Person haben. Enge Freunde unterstützen also die Entwicklung einer persönlichen Identität positiv. Die Soziologen der Studie haben auch herausgefunden, dass populäre Menschen seltener enge Freundschaften haben. Sie haben meist viele, aber nicht sehr enge Freunde.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Wochenende | 03.09.2017 | 15:10 Uhr