Fußball | 2. Bundesliga Dynamo-Ultras rechtfertigen sich und kritisieren erneut den DFB

Die Ultras des Zweitligisten SG Dynamo Dresden haben sich am Donnerstag zu den Vorkommnissen beim Auswärtsspiel in Karlsruhe geäußert. Auf Facebook schrieben sie: "Unsere Mottofahrt hatte niemals das Ziel, Menschen zu verletzen. Wir legen Wert auf eine Trennung zwischen dem Auftritt im Camouflage-Muster und unserer Provokation gegenüber dem DFB einerseits und dem Vorfällen am Eingang des Stadions."

Beamte und Ordner verletzt

Dynamo Dresden-Fans marschieren in Karlsruhe
Anhänger von Dynamo Dresden auf dem Weg zum Karlsruher Stadion. Bildrechte: You Tube

Am vergangenen Sonntag waren SGD-Anhänger in Tarn-Montur als "Football-Army" nach Karlsruhe gereist. Sie entrollten ein Banner mit der Aufschrift "Krieg dem DFB" und warfen Feuerwerkskörper. Im Stadion überrannten die Fans nach Polizeiangaben Ordner und plünderten Imbissstände. 36 Beamte und Ordner wurden verletzt, so die Polizei.

Die Dynamo-Ultras versuchten nun zu beschwichtigen: "Wir möchten all denen eine Absage erteilen, die in unserem Marsch irgendwelche rechtsextremen Tendenzen sehen." Sie erklärten allerdings nicht, warum auf dem Nummernschild des Trabis, der vor dem Marsch fuhr, die Zahl 88 zu sehen war. In der rechtsextremen Szene steht das als Synonym für "Heil Hitler". Des Weiteren kritisierten die Ultras, dass Verhandlungen über Pyrotechnik seitens des Deutschen Fußball-Bundes abrupt abgebrochen worden seien und kaum noch Fußball-Legenden beim DFB arbeiteten.

Ultras fordern freie Meinungsäußerung

Zudem hieß es: "Mittlerweile werden Strafen nicht mehr nur für das Zünden von Pyro verhängt, sondern auch für Spruchbänder mit Inhalten, welche eigentlich unter die freie Meinungsäußerung fallen. Unzählige Beispiele könnten aufgeführt werden." Dabei bezog sich die Fanszene auch auf Banner gegen den Erstligisten RasenBallsport Leipzig und gegen den DFB.

Fans Dynamo Dresden
Der Gästeblock in Karlsruhe. Bildrechte: IMAGO

Die Ultras rechtfertigten sich: "Videobotschaften an den DFB, Leserbriefe und Texte auf einer Homepage sind einfach nur Zeitverschwendung. Das wird ignoriert und abgetan, als eine weitere Botschaft einer lästigen Minderheit in die Ablage gelegt." Sie ergänzten: "Nein, ganz offensichtlich brauch es die größtmögliche Provokation, damit die Leute endlich kapieren, dass es so nicht weitergehen kann!"

Unter anderem hatten Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Sportgeschäftsführer Ralf Minge und NOFV-Präsident Rainer Milkoreit die Ausschreitungen in Karlsruhe kritisiert.

mkö

Über dieses Thema berichtete u. a. MDR SACHSEN im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 15.05.2017 | Nachrichten ab 05:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 15.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 10:48 Uhr