Eine Hand dreht am Thermostat einer Heizung
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Hohe Kosten und Schimmel Das sind die häufigsten Fehler beim Heizen und Lüften

Langsam wird es draußen kalt - höchste Zeit also, es sich in der warmen Wohnung gemütlich zu machen. Doch Millionen Deutsche heizen falsch, holen sich so Schimmel ins Haus und bezahlen zu viel. Die häufigsten Irrtümer klären wir hier.

Eine Hand dreht am Thermostat einer Heizung
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Fehler 1: Zu warm heizen

Fehler 1: Zu warm heizen

Manche Menschen mögen es gerne mollig warm und heizen bis zu 25 Grad. Die optimale Temperatur für deine Räume ist aber 20 Grad. Ist es gefühlt trotzdem zu kalt, also lieber mal einen Pulli drüberziehen. Pro Grad, das du so sparst, sparst du auch bis zu sechs Prozent Energie - und damit bares Geld.

Fehler 2: Heizung bei Verlassen der Wohnung abdrehen

Fehler 2: Heizung bei Verlassen der Wohnung abdrehen

Eigentlich ganz logisch: Wer den ganzen Tag arbeiten ist, benötigt solange keine beheizten Räume und kann die Heizung abdrehen. Trotzdem ist dieses beliebte Vorgehen falsch! Denn kalte Räume wieder aufzuheizen, benötigt sehr viel Energie - mehr als nötig wäre, um die Räume dauerhaft auf der Mindesttemperatur zu halten. Außerdem nimmt kalte Luft Feuchtigkeit schlechter auf. Dadurch kann sich Feuchtigkeit an den Wänden ablagern und Schimmel entstehen. Sinnvoller ist, die Zimmertemperatur beispielsweise auf 18 Grad zu reduzieren, wenn man aus dem Haus geht.

Fehler 3: Mit gekippten Fenstern lüften

Fehler 3: Mit gekippten Fenstern lüften

Nach Möglichkeit sollte nie mit gekippten Fenstern gelüftet werden. Die Luftzirkulation ist so nur sehr gering, dafür geht umso mehr Wärme verloren. Außerdem kühlt das Mauerwerk rund um die Fenster aus, dadurch steigt die Schimmel-Gefahr. Sinnvoll ist laut Umweltbundesamt nur Stoßlüften nach Bedarf, dann am besten mit geöffneten Innentüren und einem offenen Fenster auf der anderen Seite der Wohnung/des Hauses (Durchzugslüften). Ein gutes Indiz, wann eine Stoßlüftung dringend nötig ist: Wenn sich Wassertropfen an den Innenseiten der Fensterscheiben bilden.

Fehler 4: Selten genutzte Räume "mitheizen"

Fehler 4: Selten genutzte Räume "mitheizen"

Auch ein beliebter Fehler: Die Heizungen in Büro und Gästezimmer nicht einschalten, sondern stattdessen die Türen geöffnet lassen und über den Rest der Wohnung mitheizen. Werden diese Zimmer selten genutzt und müssen nicht beheizt werden, sollten aber unbedingt die Türen geschlossen werden. Sonst zieht warme, feuchte Luft in die unbeheizten Zimmer, kühlt sich dort ab und die Feuchtigkeit lagert sich ab - Schimmel entsteht.

Fehler 5: Die Heizung beim Lüften aufgedreht lassen

Fehler 5: Die Heizung beim Lüften aufgedreht lassen

Stoßlüften dauert vielleicht fünf bis zehn Minuten. Deshalb wird die Heizung in dieser Zeit oft nicht heruntergedreht. Auch das ist ein Fehler, denn sobald die Temperatur im Raum durch die kalte Außenluft sinkt, fängt die Heizung erst richtig an - dadurch heizt du auf voller Leistung aus dem Fenster heraus. Lieber die Heizung abdrehen und nach dem Lüften auf die richtige Temperatur zurückdrehen.

Fehler 6: Möbel vor Heizkörper stellen

Fehler 6: Möbel vor Heizkörper stellen

Sowohl vor dem Heizkörper als auch vor dem Thermostat sollten keine Möbelstücke stehen oder Gardinen hängen. Die Luft kann um die Heizung sonst nicht gut zirkulieren. Die Folge: Der Raum wird schlecht warm.

Tipp zum Lüften: Viermal täglich

Tipp zum Lüften: Viermal täglich

Zwölf Liter Wasser sammeln sich jeden Tag in unseren Wohnungen an, und das muss wieder raus. Zu jeder Jahreszeit sollte deshalb mindestens viermal täglich stoßgelüftet werden. Im Winter reichen fünf Minuten, im Frühling und Herbst 15-20 Minuten und im Sommer sollten es 30 Minuten sein. Sind viele Pflanzen in der Wohnung oder wird in der Wohnung Wäsche getrocknet, sollte mehr gelüftet werden! Ansonsten kommt die Feuchtigkeit nicht nach draußen und begünstigt Schimmel.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 19. September 2017 | 05:50 Uhr