Leute stehen vor einen Bildschirm mit der Aufschrift Du hast die Wahl! - Wahl-O-Mat
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Merkel, Schulz oder doch jemand anderes? Diese Webseiten wollen dir die Wahlentscheidung erleichtern

Nicht mal mehr einen Monat bis zur Bundestagswahl und immer noch nicht entschieden? Im Netz gibt es einige Webseiten und Apps, die dir bei der Entscheidung helfen wollen. Wie sie funktionieren und was sie taugen.

Leute stehen vor einen Bildschirm mit der Aufschrift Du hast die Wahl! - Wahl-O-Mat
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Das Internet ist ein wunderbarer Ort, um sich zu allem möglichen zu informieren. Klar gibt's auch zur Bundestagswahl unzählige Angebote. Damit man aber nicht 500 Seiten Parteiprogramme lesen muss, gibt es verschiedene Webseiten, die Hilfestellung leisten wollen. Die Seiten sind allesamt allerdings nur Hilfen. Jede hat ihre Schwächen und sollte nicht die alleinige Basis für deine Wahlentscheidung sein.

Der Klassiker: Der Wahl-O-Mat

Dahinter steckt: Die Bundeszentrale für Politische Bildung.

Wahlomat
Bildrechte: Bundeszentrale für politische Bildung

Der Wahl-O-Mat ist der Klassiker unter den Online-Entscheidungshilfen. Seit 2002 haben nach BpB-Angaben über 50 Millionen Menschen die Seite benutzt. Zu 38 Thesen können alle Parteien, die zur Bundestagswahl stehen ihre Positionen einsenden. Jede These wird dann mit vier Antwortmöglichkeiten abgefragt: "Stimme zu", "Neutral", "Stimme nicht zu" und "keine Meinung".

Pro: Der Wahl-O-Mat ist ein offizielles Tool, die Funktionsweise ist transparent. Dass die Parteien ihre Positionen zu den Thesen selbst einsenden, beugt Missverständnissen vor.

Contra: 38 Thesen decken meist nicht alles ab, wofür eine Partei steht. Lücken im Wahlprogramm lassen sich mit dem Wahl-O-Mat schwer aufdecken.


Der Hipster: Wahlswiper

Wahlswipe
Bildrechte: Movact

Dahinter steckt: Movact, eine Agentur für Design.

Den Wahlswiper gibt es als App für Android und iOS und er funktioniert eigentlich wie Tinder. Die App stellt 30 Fragen zu verschiedenen Themen, die man mit Ja oder Nein beantworten kann. Zu jeder Frage gibt es ein kurzes Erklärvideo, falls man nicht weiß, worum es geht. Am Schluss kann man wie beim Wahl-O-Maten auswählen, welche Parteien im Ranking angezeigt werden. Die Fragen wurden von Politikwissenschaftlern der Universität München überprüft.

Pro: Sieht schick aus und ist sehr einfach zu bedienen, Erklärvideos zu den Themen sind leicht verständlich, viele Parteien verfügbar.

Contra: Die Fragen sind nicht ausgewogen. Klare Ergebnisse sind damit schwer zu erreichen.


Der Klassenclown: Der Musikomat

Dahinter steckt: Der Musikstreaming-Service Deezer.

Es gibt unzählige Studien, die anhand der Lieblingsmusik Urteile über den Charakter fällen. Warum nicht so auch mal schauen, welche Partei zu einem passt? Deezer hat für fünf Parteien Playlists auf der Seite. Mit einem kleinen Fragebogen kann man rausfinden, welche Partei musikalisch zu einem passt.

Pro: Es ist witzig & geht schnell.

Contra: Eigentlich ein Werbeprojekt für Deezer, nur fünf Parteien, auf keinen Fall ernstzunehmend, die Playlists wirken teilweise etwas willkürlich zusammengewürfelt.


Der Nostalgiker: DeinWal.de

Dahinter stecken: Martin Scharm und Tom Theile, zwei Programmierer aus Rostock.

DeinWal
Bildrechte: Martin Scharm, Tom Theile

Der Wal stellt dir 42 Fragen aus 12 Themengebieten. Der Clou: Alle Fragen basieren auf Abstimmungen, die die letzten vier Jahre im Bundestag stattgefunden haben. Das heißt, das Ergebnis basiert auf echten Entscheidungen, nicht auf Wahlversprechen. Der Haken daran ist aber, dass deswegen auch nur die Parteien mit dabei sind, die sowieso schon im Bundestag vertreten sind.

Pro: Interessante Perspektive, zu jeder Frage viele Links und Infos zum Nachlesen.

Contra: Die Wahlhilfe ist nicht so schick wie die anderen und ein bisschen unübersichtlich. Die Entscheidung erfolgt nicht auf der Basis dessen, wofür die Parteien nach der Wahl eintreten wollen, sondern aufgrund der Vergangenheit.


Der Egoist: Steuer-O-Mat

Dahinter steckt: Smartsteuer, ein Anbieter für Onlinesteuererklärungen mit Sitz in Hannover.

Steuersenkungen sind immer ein beliebtes Thema im Wahlkampf. Warum also nicht mal rausfinden, mit welcher Partei man am wenigsten Steuern zahlen müsste? Das ist die Idee hinter dem Steuer-O-Mat. Man muss lediglich drei Fragen beantworten: Einkommen, Einkommen des Ehepartners und Zahl der Kinder. Man habe sich auf die etablierten Parteien konzentriert, schreibt Smartsteuer-Geschäftsführer Björn Waide auf Anfrage.

Pro: Einfach und schnell

Contra: Nur SPD, Union und Linke haben Steuerkonzepte veröffentlicht, die eine genaue Berechnung erlauben. Die anderen Parteien haben lediglich Leitlinien veröffentlicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 29.08.2017 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 11:23 Uhr

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