Feuerwehr vor einem Hochhaus in Bad Dürrenberg
Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Brand in Bad Dürrenberg Drei Tote nach Feuer im Plattenbau: Polizei geht von Unglück aus

Nach einem Brand in einem Hochhaus in Bad Dürrenberg sind drei Tote gefunden worden. Nach jüngsten Informationen wurden mindestens 15 Bewohner durch das Feuer verletzt, zwölf von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Der Plattenbau wurde während des Einsatzes teilweise evakuiert, mehr als 80 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch. Die Polizei geht nach dem aktuellen Ermittlungsstand jedoch von einem "tragischen Unglück" aus.

Feuerwehr vor einem Hochhaus in Bad Dürrenberg
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Nach einem Hochhausbrand in Bad Dürrenberg im Saalekreis sind drei Tote entdeckt worden. Das sagte der Sprecher der Polizei, Dominique Schneegaß, MDR SACHSEN-ANHALT. Die Leichen waren gegen 7 Uhr im vierten Geschoss des Gebäudes gefunden worden. Ein 58-jähriger Mieter wurde nach derzeitigen Erkenntnissen in der Brandwohnung gefunden. Zwei weitere Männer, ein 49- und ein 56-Jähriger, lagen im Hausflur. Ob sie durch das Feuer ums Leben gekommen sind, wisse man noch nicht. Die Toten sollen obduziert werden.

Die Polizei kann noch nicht mit Gewissheit sagen, ob auch die im Flur gefundenen Männer Bewohner des Elfgeschossers waren. Man gehe aber davon aus, sagte eine Polizeisprecherin.

Bei dem Brand wurden nach neuesten Informationen mindestens 15 Menschen verletzt, zwölf von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die meisten hätten eine Rauchvergiftung erlitten. Unter den Verletzten ist auch ein Kind.

Löscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden

Hochhaus mit ausgebrannten Balkon
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Gegen 3:15 Uhr war das Feuer im vierten Geschoss des Plattenbaus in der Lutherstraße ausgebrochen. Feuerwehren aus Bad Dürrenberg und Leuna waren bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftigt, das Feuer in dem Hochhaus mit elf Ebenen zu löschen. 47 Kameraden waren an den Löscharbeiten beteiligt.

Nach Angaben der Feuerwehr ist die Brandwohnung nicht mehr bewohnbar. Die Tür der Wohnung habe man aufbrechen müssen, um das Feuer zu bekämpfen. Dann habe man die Nachbarwohnungen kontrolliert und evakuieren können. Da das Gebäude komplett mit Rauchmeldern ausgestattet sei, konnten die Bewohner frühzeitig informiert werden.

Teils chaotische Situation im Haus

Ein Hausbewohner beschreibt die Situation: "Es war Chaos, die Feuerwehr wusste nicht, welche Wohnungen noch bewohnt sind." In dem Haus lebten viele alte und teils behinderte Menschen im betreuten Wohnen. Die Rettung sei dementsprechend schwierig gewesen. Bewohner im vierten und fünften Stockwerk seien von dichtem Qualm eingeschlossen gewesen. Sie hätten sich auf ihre Balkone vor dem giftigen Rauch gerettet. Von dort seien sie mit einer Drehleiter der Feuerwehr in Sicherheit gebracht worden.

Christian Steinhübl, Einsatzleiter Feuerwehr Bad Dürrenberg, ergänzte: "Viele standen in Schlafkleidung auf den Balkonen und drohten Erfrierungen zu erleiden." Auch die große Anzahl der zu rettenden Personen und die Pflegebedürftigkeit einiger Bewohner hätten Schwierigkeiten bereitet.

Nach Angaben der Polizeisprecherin mussten mehr als 80 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sie seien vorübergehend in einer nahegelegenen Einrichtung des Arbeiter-Samariter-Bundes untergekommen.

2012 Feuer im selben Haus

Über die Brandursache und zur Schadenshöhe gibt es noch keine Erkenntnisse. Spezialisten der Polizei werden den Brandort im Laufe des Vormittags genau untersuchen.

Im Dezember 2012 gab es in dem selben Haus schon einmal einen Brand. Die Feuerwehr ging damals von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Bei dem Feuer kamen zwei Menschen ums Leben. Einer starb in der brennenden Wohnung, ein anderer Mann starb im Krankenhaus an einer Rauchvergiftung.

Bei dem Feuer handelt es sich bereits um den zweiten Brand in einem Mehrfamilienhaus in Bad Dürrenberg innerhalb der letzten zwei Wochen.

Dieses Thema im Programm: • MDR SACHSEN-ANHALT | 11.01.2017 | Regional Halle | 7:30 Uhr
• MDR um 11 | 11.01.2017 | 11:00 Uhr
• MDR um 2 | 11.01.2017 | 14:00 Uhr
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Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 21:11 Uhr