Tor für RB Leipzig.  Emil Forsberg erzielt den Treffer zum 1:0 und jubelt mit Diego Demme und Timo Werner.
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Fußball | Champions League RB Leipzig sammelt ersten Punkt in der Königsklasse

1. Spieltag

Erstes Tor in der Königsklasse, erster Punkt in der Champions League. RB Leipzig hat gegen Monaco ein vielversprechendes Debüt in Europa hingelegt. Wegen einer kurzen Unaufmerskamkeit verpassten die Leipziger aber den Sieg.

von Dirk Hofmeister und Sven Kups (Leipzig)

Tor für RB Leipzig.  Emil Forsberg erzielt den Treffer zum 1:0 und jubelt mit Diego Demme und Timo Werner.
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Vize-Meister RB Leipzig hat bei seiner Premiere in der Champions League gegen AS Monaco ein 1:1 (1:1) erreicht. In der Partie gegen den französischen Meister und Vorjahres-Halbfinalisten erzielte Emil Forsberg das erste Tor für RBL im Europapokal (32.). Nur zwei Minuten später schlugen die Monegassen zurück - die Gäste nutzen dabei eine Konzentrationsschwäche in der RBL-Defensive.

RB Leipzig - AS Monaco in Bildern

Im Bild - Vorstellung der RB Legenden mit Daniel Frahn (re.).
Schöne Geste: RB lud für die Champions-League-Premiere alle bisherigen RB-Spieler ein, die mehr als 50 Partien für den Verein bestritten hatten. Bildrechte: PICTURE POINT / K. Kummer
Im Bild - Vorstellung der RB Legenden mit Daniel Frahn (re.).
Schöne Geste: RB lud für die Champions-League-Premiere alle bisherigen RB-Spieler ein, die mehr als 50 Partien für den Verein bestritten hatten. Bildrechte: PICTURE POINT / K. Kummer
Trainer Ralph Hasenhüttl
RB-Coach Ralph Hasenhüttl hatte sich für den Königsklassen-Abend extra den feinen Zwirn übergeworfen. Bildrechte: Picture Point
Teamfoto RBL
Zum Einrahmen: Die Startelf für das erste Champions-League-Spiel der RB-Geschichte. Bildrechte: Picture Point
Naby Keita und Bruma beim Selfieknipsen
Einer fehlte allerdings: Naby Keita (li.) fiel mit Adduktorenproblemen aus und konnte daher Selfies mit Bruma knipsen. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig.  Emil Forsberg erzielt den Treffer zum 1:0 und jubelt mit Diego Demme und Timo Werner.
Das erste Champions-League-Tor für RB fiel nach 33 Minuten. Bildrechte: Picture Point
Torjubel nach dem Treffer zum 1:0 durch Torschütze Emil Forsberg.
Emil Forsberg lässt sich nach seinem Treffer feiern. Bildrechte: Picture Point
 Jubel bei bei AS Monaco über den sofortigen Ausgleich durch Youri Tielemans.
Doch nur eine Minute schaffte Monacos Youri Tielemans schon den Ausgleich. Bildrechte: IMAGO
Anzeigetafel mit der Zuschauerzahl 40068
40.068 Zuschauer sahen das erste Champions-League-Spiel in Leipzig. Die Heimbereiche waren ausverkauft, aus Monaco kamen aber nur rund 100 Fans. Bildrechte: IMAGO
Willi Orban, Falcao und Lukas Klostermann.
Monacos Topstar Radamel Falcao blieb gegen Leipzig blass. Bildrechte: Picture Point
Nicht gegebenes Tor durch Yussuf Poulsen
Yussuf Poulsen trifft zum 2:1, steht aber im Abseits. Das Tor zählt nicht. Bildrechte: Picture Point
Im Bild von links - Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) und Jemerson (5, Monaco).
Packender Zweikampf zwischen Sabitzer (li./RBL) und Jemerson (Monaco). Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Trainer Ralph Hasenhüttl
Nach dem Spiel sagte RBL-Coach Hasenhüttl: "Wir sind nicht unzufrieden, auch wenn mehr möglich gewesen wäre. Wir wollten punkten und den Punkt nehmen wir mit. Das Gegentor war allerdings unglücklich." Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
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Im Bild von links - Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) und Jemerson (5, Monaco).
Zweikampf zwischen Sabitzer (li.) und Jemerson (Monaco/re.). Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Leipzig ging ohne Spielmacher Naby Keita in die Partie, der Offensiv-Motor musste wegen Adduktorenproblemen aus dem Hamburg-Spiel zuschauen. Für Euphorie im mit mehr als 40.000 Zuschauern gefüllten Leipziger Stadion war aber dennoch gesorgt. Nicht nur bei RB-Coach Ralph Hasenhüttl, der im feinen Anzug auf das Feld kam. Vor allem bei den Fans, die die Spieler mit einer großen Choreographie "Rasenballsport Leipzig durch Europa tragen" begrüßten. Für einen weiteren Gänsehautmoment sorgten 15 ehemalige RBL-Spieler, die die Leipzgier auf dem Weg von der Regionalliga in die Champions League begleiteten. RB bedankte sich bei Kickern wie Daniel Frahn, Timo Röttger oder Carsten Kammlott vor der Partie auf dem Rasen.

RB führt Statistiken an

Willi Orban, Falcao und Lukas Klostermann.
Willi Orban, Falcao und Lukas Klostermann. Bildrechte: Picture Point

Als es dann losging, war den RB-Kickern etwas Nervosität anzumerken. Die ersten Minuten gehörten den Gästen, Monaco spielte auf Konter und tauchte gleich in den ersten Minuten zweimal am RB-Strafraum auf. Die Leipziger Defensive um die Innenverteidiger Orban und Upamecano konnte aber klären. Mit laufender Spielzeit übernahm RB mehr und mehr das Zepter. Immer wieder wurde der blitzschnelle Angreifer Timo Werner gesucht. Die Abwehr der Monegassen stand aber zumeist sicher - oder ließ Werner ins Abseits laufen. Allein fünf Mal wurden Werner-Angriffe vor der Pause wegen Abseits abgepfiffen. Dennoch: Bis zur Halbzeit lagen die RB-Kicker in fast allen Statistiken vorn: Ballbesitz, Pässe, Ecken, ...

Forsberg schießt erstes Champions-League-Tor

Torjubel nach dem Treffer zum 1:0 durch Torschütze Emil Forsberg.
Jubel nach dem Tor von Forsberg. Bildrechte: Picture Point

Nach Toren stand es zur Pause allerdings 1:1. Das umjubelte erste Leipziger Champions-League-Tor erzielte Emil Forsberg. Der Schwede, bei Anpfiff einziger Leipziger mit Champions-League-Erfahrung, setzte sich auf der linken Seite blitzschnell durch und vollendete aus spitzem Winkel zum verdienten 1:0 (32.). Das mit 40.068 Zuschauern gefüllte Stadion stand Kopf.

Allerdings hielt der Jubel keine zwei Minuten. Beim direkten Gegenstoß von Monaco leistete sich Leipzig die einzige Komplett-Schlafphase in der Abwehr. Monaco nutze die Patzer von Lukas Klostermann und Willi Orban eiskalt. Einen ersten Kopfball von Youri Thielemans konnte RB-Keeper Peter Gulacsi noch klären, beim Nachschuss war er machtlos (34.)

RBL drängt auf Sieg - und wird nicht belohnt

Im Bild von links - Jorge (6, Monaco) und Emil Forsberg (10, RB Leipzig).
Werner (re.) im Laufduell mit Jorge. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Auch nach der Pause blieb es bei der optischen Überlegenheit der Hausherren, am Ende des Spiels standen 59 Prozent Ballbesitz für die Leipziger. RB setzte bei seinen Angriffen weiter auf den schnellen Werner, wurde durch die Einwechslungen von Jean-Kevin Augustin (80.) und Kevin Kampl (63.) aber flexibler. Zudem wirbelte Yussuf Poulsen, der kurz vor dem Spiel seinen Vertrag bvis 2021 verlängerte, in der Offensive.

Nach einer kurzen Druckphase der Gäste nach dem Wechsel drückte RB auf die erneute Führung. Chancen vergaben Werner, der aus spitzem Winkel knapp daneben schoss (51.), Klostermann, dessen Kopfball geklärt wurde (59.), und Kampl, der den Ball um Zentimeter verpasste (68.). Pech hatte RB, als der im Abseits stehende Poulsen den hinter sich heranstürmenden Werner nicht sah (62.). Der Schuss von Poulsen wurde abgepfiffen, Werner hätte freie Bahn gehabt. Die größte Chance vergab allerdings Augustin, der nach einem Steilpass allein vor Monacos Torwart Benaglio auftauchte, aber an dessen Blitzreaktion scheiterte (82.).

Monaco zog sich mit zunehmender Spieldauer immer weiter zurück und wartete auf Konter. Kurz vor dem Abpffif wurde es noch einmal kurz brenzlig, als die Leipziger nach einer Ecke den Ball nicht aus dem Strafraum brachten. Insgesamt enttäuschten die Monegassen aber.

Werner: "Bisschen ärgerlich"

Enttäuscht wirkte direkt nach der Partie auch RBL-Angreifer Werner: "Wir wollten das Spiel gewinnen und haben sogar geführt. Dann haben wir es aber relativ schnell wieder hergegeben. Das ist ein bisschen ärgerlich", sagte der 21-Jährige im ZDF und erklärte dann zufriedener: "Wir sind dann doch nicht so zwingend vor das Tor gekommen wie wir wollten. Monaco hat das gut verteidigt. Wir mussten trotzdem noch aufpassen, Monaco ist sehr konterstark. Im Großen und Ganzen hat uns dann vielleicht der letzte Punch gefehlt. Aber für das erste Champions-League-Spiel ist es auch nicht so schlecht."

Ihr zweites Spiel in der Gruppe G bestreitet die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl am 26. September bei Besiktas Istanbul. Zudem müssen die Leipziger in der Gruppenphase noch gegen den FC Porto antreten.

Das sagten die Trainer:

Leonardo Jardim (Monaco): "Wir wussten, dass RB eine aggressive Mannschaft ist. Um zu gewinnen, müssen wir unsere Stärken auf den Platz bringen und das haben wir ganz gut gemacht. Das Spiel war einigermaßen ausgeglichen, aber wir hätten auch gewinnen können. Im Fußball ist jede Saison neu, wir haben ein neues Team und neue Spieler, die teils erst fünf, sechs Einheiten mit uns trainiert haben. Da kann man keine Vergleiche zum letzten Jahr ziehen. Leipzig hat sich kaum verändert, hat die besten Spieler gehalten, wir können mit unserem Team noch viel besser werden. Ich verfolge die Bundesliga intensiv, es ist immer schwer gegen Bundesligisten zu spielen. Leipzig hat eine sehr gute Saison gespielt. Sie sind eine sehr starke Mannschaft. Die Stimmung hier hat mir sehr gut gefallen."

Trainer Ralph Hasenhüttl
Hasenhüttl: "Waren heute nicht so gut am Ball." Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Ralph Hasenhüttl (Leipzig): "Wir können mit dem Punkt leben, obwohl man sagen muss, viel haben wir nicht zugelassen und wir bekommen ein Tor, wo wir nicht gut verteidigen. Der Gegner hatte nicht viele Chance, wir schon. Verdient wäre es, wenn wir drei Punkte holen. Man hat uns heute schon angemerkt, dass wir nicht so gut am Ball waren und nicht das letzte Risiko gegangen sind, auch ich von außen nicht. Wir sind nicht unzufrieden, auch wenn mehr möglich gewesen wäre. Wir wollten punkten und den Punkt nehmen wir mit. Das Gegentor war allerdings unglücklich."

Dieses Thema im Programm MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 22:37 Uhr