Programm

Hochwasser in Thüringen : +++ Gößnitz wird evakuiert +++ Katastrophenalarm in Greiz, Gera und SHK +++ Bundeswehr bereitet Einsatz vor +++

In Thüringen ist die Hochwasserlage auch am Sonntagabend weiterhin kritisch. Der Schwerpunkt ist Ostthüringen mit den Flüssen Weiße Elster, Pleiße und Saale. An elf Pegeln im Freistaat gilt weiterhin die höchste Alarmstufe. Betroffen sind Vacha und Frankenroda an der Werra, Rudolstadt, Rothenstein und Camburg an der Saale, Mellingen und Niedertrebra an der lm, Gera-Langenberg und Greiz an der Weißen Elster, Gößnitz an der Pleiße und Großstöbnitz an der Sprotte.

Katastrophen-Alarm in Gera

Am Sonntagabend wurde in Gera durch die Oberbürgermeisterin Katastrophenalarm ausgelöst. Der Wasserspiegel der Weißen Elster steige dramatisch, so dass in einigen Stadtteilen Evakuierungen nötig werden könnten, sagte eine Spercherin. Es werde erwartet, dass sich die Lage bis Mitternacht weiter zuspitze. Die Bundeswehr stehe in Bereitschaft, um zu helfen.

Katastrophen-Alarm im Saale-Holzland-Kreis

Ebenfalls am Sonntagabend wurde im Saale-Holzland-Kreis Katastrophenalarm ausgelöst. Auch hier bereitet die Weiße Elster Probleme. Die Stadt Silbitz soll nach Angaben des Landratsamtes zum Teil evakuiert werden. Eine Unterbringung der Anwohner in Schulen ist geplant. Zusätzliche Sandsäcke wurden angefordert.

Greiz wartet auf Flutwelle - Erste Evakuierungen

Kritisch ist die Lage auch im Altenburger Land und im Kreis Greiz. Dort sind die Pegel nach weiteren Regenfällen gestiegen. Das Lagezentrum des Innenministeriums rechnet damit, dass in Greiz der Pegel der Weißen Elster um 30 Zentimeter steigen wird. Ein Sprecher des Greizer Krisenstabes sagte, eine große Flutwelle werde ab Sonntagnachmittag erwartet. Die Talsperre Pirk im sächsischen Vogtland laufe seit dem Vormittag über und fülle die Weiße Elster in Richtung Greiz zusätzlich mit Wasser. Die Rettungskräfte seien in Alarmbereitschaft und schichteten massenweise Sandsäcke, um eine Überflutung der Greizer Neustadt zu verhindern. Erste Evakuierungen gab es bereits an einer Uferstraße. Auch ein Seniorenwohnheim wurde geräumt. Weitere Evakuierungen werden vorbereitet. Die Bundesstraße 94 ist voll gesperrt. Der Krisenstab entscheidet gerade über weitere Evakuierungen. In Greiz-Mohlsdorf wurden die Anwohner aufgefordert ihre Autos in Sicherheit zu bringen.

Evakuierungen im Altenburger Land - 500 zusätzliche Helfer angefordert - Freiwillige gesucht

Im Altenburger Land sind die Ortschaften Lehndorf, Saara, Nobitz, Treben, Windischleuba, Ponitz und Gößnitz besonders betroffen. Am Sonntagabend musste Gößnitz evakuiert werden. 3.000 Bürger sind betroffen. Nach Angaben des Krisenstabes mussten Saara und Lehndorf bereits aufgegeben werden und laufen voll Wasser. Die Einwohner wurden aufgefordert, sich in der höher gelegenen Turnhalle einzufinden. In Serbitz an der Pleiße droht ein Damm zu brechen. Der Ort könnte dann überflutet werden. Deshalb wurde der Ort evakuiert. Die 150 Bewohner wurden in eine Turnhalle nach Altenburg-Nord gebracht. Nach Angaben des Krisenstabes ging die Evakuierung reibungslos vonstatten. Einwohner wurden gebeten, den Anweisungen der Einsatz- und Rettungskräfte unbedingt Folge zu leisten.

Am Sonntagabend foderte der Landkreis Hilfe beim Freistaat an. Neben technischen Geräten wurden auch zusätzlich 500 Einsatzkräfte und 1.000 Betten und Decken für die Notunterkünfte erbeten. Nach Angaben des Landratsamtes wird das Hochwasser schlimmer als 2002. Der Krisenstab forderte die Menschen im Altenburger Land auf, Kraftfahrzeuge stehen zu lassen, zu Hause zu bleiben und Rundfunk- und Fernsehgeräte einzuschalten, um weitere Informationen zu erhalten. Große Sorgen bereitet den Einsatzkräften die in Sachsen gelegene Koberbach-Talsperre. Sie läuft inzwischen über. Das Wasser der Kober fließt in die Pleiße. Noch ist unklar, welche weiteren Wassermassen auf den Landkreis Altenburger Land zukommen. Am Sonntagabend rief das Landratamt freiwillige Helfer auf, sich bei den örtlichen Feuerwehren zu melden.

Bundeswehr bereitet Einsatz vor - Noch keine Entscheidung

Zur Unterstützung der besonders betroffenen deutschen Hochwasser-Regionen bereitet die Bundeswehr einen Einsatz in Sachsen, Thüringen und Bayern vor. Nach Angaben der Armee sind die zuständigen Landeskommandos in München, Dresden und Erfurt alarmiert. Sie stellen derzeit ihre Einsatz-Kontingente zusammen. Die Einsätze in den Hochwasserregionen werden zentral durch das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin unter Führung von Generalmajor Hans-Werner Wiermann geleitet. Oberstleutnant Weckbach vom Landeskommando Thüringen sagte MDR THÜRINGEN, bisher gebe es einen offiziellen Hilfs-Antrag aus dem Landkreis Greiz. Dieser Antrag werde zur Zeit in Berlin geprüft.

Neue Probleme in Bad Salzungen - Häuser werden geräumt

In Bad Salzungen gibt es wieder Probleme. Nach Angaben des Landratsamtes droht ein Hang im Bereich des Weinbergs, Mühlbergs, und des Lindenbergs, der seit Tagen in gefährdet ist, weiter abzurutschen. In der Nacht habe es weitere Erdrutsche und Risse gegeben. Die Stadt sei mit der Situation allein überfordert. Deshalb seien 100 Bewohner aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Nur 26 Menschen verließen freiwillig ihre Häuser. Sie werden nun von der Bundeswehr versorgt. Die restlichen Bewohner bleiben in ihren Häusern auf eigenes Risiko.

Probleme im Bahnverkehr

Die Bahn hat am Sonntagnachmittag den Zugverkehr zwischen Weischlitz und Greiz eingestellt. Dort ist ein Gleis unterspült worden. Nach Angaben eines Sprechers wurde ein Bus-Notverkehr eingerichtet. Wegen des Hochwassers können die Busse aber Berga nicht anfahren. Zwischen Saalfeld und Probstzella ist eines der beiden Gleise unterspült. Deshalb kommt es bei den ICE-Zügen Jena-Nürnberg und im Regionalverkehr zu Verspätungen von etwa 20 Minuten.

Überflutungen in Jena

In Jena sind durch das Saale-Hochwasser zahlreiche Straßen überflutet. Auch Straßenbahnlinien sind unterbrochen. Die Stadtverwaltung forderte die Menschen auf, zuhause zu bleiben. Vor Krisentourismus wurde gewarnt. In einigen Stadtteilen funktioniert die Abwasserentsorgung nicht mehr. Mobile Toiletten wurden aufgestellt.

Thüringer Schulen teilweise geschlossen

In Jena sind am Montag und Dienstag die Schulen und Kindergärten geschlossen. Für Fragen richtete die Feuerwehr ein Bürgertelefon ein. In Wickerstedt im Weimarer Land bleibt die Grundschule am Montag geschlossen. Im Altenburger Land gibt es am Montag keinen Schülerverkehr. Die Schulen haben allerdings geöffnet. Die Landrätin hat am Sonntagabend den NBildungsminister gebeten, die Schulpflicht für Montag abzuheben. In Creuzburg an der Werra hat am Montag die Grundschule geschlossen. Wasser ist in das Gebäude eingedrungen.

Entspannung in Mittelthüringen

Entspannt hat sich die Lage entlang der Gera in Mittelthüringen. Bei Walschleben ist der Wasserstand so weit gesunken, dass auch ein am Sonnabend überspülter Damm die Wassermassen wieder abhält. Weiter nördlich läuft zwar das Rückhaltebecken Straußfurt über, dadurch gibt es aber keine große Gefahr. Auch an den Zuläufen der Gera fallen die Pegelstände. So kann die Talsperre Heyda bei Arnstadt - die am Sonnabendabend übergelaufen war - wieder Wasser aufnehmen. Auch in den gefährderten Orten rund um Erfurt entspannt sich die Lage. Nach Angaben der Stadtverwaltung sinken die Pegel oder sind gleichbleibend. Die Einsatzkräfte seien damit beschäftigt, Deiche zu kontrollieren, Keller auszupumpen und Treibgut an staugefährdeten Stellen zu beseitigen. Ingesamt seien in den vergangenen Tagen rund um die Landeshauptstadt 25.000 Sandsäcke verbaut worden. Im Landkreis Sömmerda steht der Krisenstab kurz vor der Auflösung.

Kein Meeting der Leichtathletik in Zeulenroda

Das für Sonntagnachmittag geplante Zeulenroda-Meeting der Leichtathletik fällt ins Wasser. Wegen der anhaltenden Regenfälle haben die Organisatoren das einzig verbliebene internationale Leichtathletik-Vollmeeting in Thüringen abgesagt. Meeting-Chef Hans-Peter Bischoff sagte, das Stadion sei gestern wettkampffähig aufgebaut worden. Der Dauerregen habe aber alle Hoffnungen zunichte gemacht. Auch das Stadion von Carl Zeiss Jena im Paradies ist überflutet.

Zuletzt aktualisiert: 02. Juni 2013, 22:50 Uhr

2. XYZ:
03. Juni 2013, 21:10 Uhr
MDR berichtet ja echt viel, nur unsere Region Gera flussabwärts, d. h. Bad Köstritz und Caaschwitz usw. interessiert anscheinend garnicht, das wird nur kurz erwähnt!!! Hier bekommt man von keiner Seite genaue Infos und das zermürbt einen sehr!!
1. Manfred N.:
02. Juni 2013, 18:37 Uhr
Ob Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen die Bundeswehr rückt 5 Tage zu spät aus ! Man hätte mit Hilfe der Bundeswehr so einiges verhindern können ! Die Politiker haben vollstens versagt in allen 3 Ländern !

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Bürgertelefon in Jena Tel.: 03641-404 178

Krisenstab in Gera Tel.: 0365-8383838

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