Service Wie gründlich muss der Frühjahrsputz sein?

Es ist Frühlingsanfang und bei vielen steht der Frühjahrsputz an. Die Werbung verspricht für viele Putzmittel, dass man mit ihnen keimfrei putzen kann. Selbst keimfreie Mülltüten oder Schneidebretter werden inzwischen angepriesen. Aber müssen Wohnung, Wäsche und Körper wirklich permanent desinfiziert werden? Reicht es nicht, sie zu reinigen? Was ist sinnvoll und was ist ungesund? Außerdem: Welche Mittel braucht man überhaupt für den Frühjahrsputz?

Sauber ohne Chemie

Ein Mittel für die Fliesen, ein Reiniger für die Toilette und dazu ein Spray für die Duschwand - dann alles einsprühen, aber bitte nicht einatmen! - Hausputz mit scharfen Mitteln ist für viele eine Selbstverständlichkeit, chemische Reiniger gehören zur Standardausstattung. Die Putzergebnisse sind in der Regel glänzend. Der Preis: mitunter ein hohes Risiko für Mensch und Oberflächen. Dabei braucht es zum Hausputz keinen Chemiebaukasten. Eine Grundausstattung an Putzutensilien und ein paar Hausmittel genügen.

An die Lappen, fertig, los!

Ein junger Mann mit Eimer, Fensterreiniger und Putzlappen
Eine Auswahl an Putzmitteln genügt. Bildrechte: colourbox

Wenn der Putzmittelschrank überzuquellen droht und eine große Zahl verschiedener Putzmittel ein Loch in die Haushaltskasse frist, sollte man einmal ausmisten, und nur die Putzutensilien übrig lassen, die wirklich notwendig sind. Feuchte Tücher mit Reinigungsmitteln etwa belasten nicht nur die Umwelt, sondern erreichen auch nicht die Putzleistung, die etwa ein normaler Bodenwischer schaffen könnte. Reinigungsexperten empfehlen folgende Grundausstattung an Putzutensilien:

  • Baumwolltücher für das Geschirr in der Küche
  • Scheuerschwämmchen für hartnäckige Verschmutzungen
  • Mikrofasertücher für Fenster, Böden und Möbel - ihr Vorteil: zuverlässig, langlebig, leicht zu reinigen
  • Allzweckreiniger für Böden, Bad und WC
  • Spülmittel für Geschirr, Schränke und Oberflächen
  • Kalklöser fürs Badezimmer

Cola ins Klo - es geht auch so!

Nach dem Ausmisten im Putzschrank kann noch ein kritischer Blick auf die Reinigungsmittel nicht schaden. Die Angst vor Schmutz, Keimen und Infektionen führt häufig dazu, dass eine Vielzahl chemischer Reiniger gekauft wird. Allergien und beschädigte Oberflächen können die Folge sein. Schlimmer noch: Auch die Umwelt wird in Mitleidenschaft gezogen. Laut Umweltbundesamt schwemmen deutsche Haushalte pro Jahr knapp 500.000 Tonnen Reinigungs- und Spülmittel durch den Abfluss. Dabei geht es auch anders - mit alternativen Hausmitteln aus dem Vorratsschrank:

  • Zwiebeln lösen Fliegendreck und Straßenschmutz von Fenstern.
  • Zeitungspapier poliert Glasflächen auf.
  • Zitronen lösen Kalkablagerungen und Flecken von Armaturen.
  • Kartoffeln sorgen für glänzende Spiegel.
  • Haselnusskerne können Kratzer auf Möbeln oder im Parkett reparieren helfen.
  • Backpulver und Natron machen Kachelfugen wieder weiß.
  • in Buttermilch gelegtes angelaufenes Silber lässt sich einfach wieder aufpolieren.
  • Cola reinigt nach kurzer Einwirkungszeit verschmutzte Toiletten und Abflüsse.
  • Eiswürfel verhärten Kaugummireste in Polstern, sodass sie sich absaugen lassen.

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2015, 16:29 Uhr