Ab Sommer 2018 Renten sollen um drei Prozent steigen

Die Deutsche Rentenversicherung hat eine zunächst erfreuliche Nachricht für Rentner und Beitragszahler: Die Bezüge sollen im kommenden Jahr um drei Prozent steigen und die Beiträge um 0,1 Prozentpunkte sinken. Kritiker wie die IG Metall fordern dagegen eine neue Rentenpolitik. Die Regierung sollte an die Zukunft denken und Rücklagen bilden, statt Beiträge zu senken.

Die rund 21 Millionen Rentner können ab Sommer kommenden Jahres mit höheren Bezügen rechnen. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, werden die gesetzlichen Renten voraussichtlich um durchschnittlich drei Prozent steigen. Um wie viel genau in Ost und West ist noch offen. Zuletzt war die Rente Anfang Juli dieses Jahres in Westdeutschland um 1,9 Prozent, in den neuen Bundesländern um 3,59 Prozent gestiegen. Die unterschiedliche Anhebung soll spätestens 2025 aufhören.

Zeitungsberichten zufolge werden für die westlichen Bundesländer 3,09 Prozent mehr erwartet und für die östlichen 3,23 Prozent. Das schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf den neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. Für einen Rentner mit einem durchschnittlichen Verdienst und 45 Jahren Berufstätigkeit würde das etwa 43 Euro mehr pro Monat bedeuten, rechnet das RND vor. Bis 2031 steigen die Renten dem Bericht zufolge um insgesamt 36 Prozent. Die Zahlen, über die das Kabinett kommende Woche berät, dürften denen der gesetzlichen Rentenversicherung nahekommen.

Beitragssatz sinkt

Der Beitragssatz für die Rente wird Gunkel zufolge Anfang kommenden Jahres um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent sinken. Die Entlastung wurde mit der guten Konjunktur und Beschäftigungslage begründet. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet, dass die Beiträge bis 2022 stabil bleiben. 2023 dürfte der Satz wieder auf 18,7 Prozent steigen. 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt.

IG-Metall fordert langfristige Lösung

Kritiker fordern jedoch eine vorausschauende Rentenpolitik. "Statt heute die Beiträge zu senken, sollte die Regierung an morgen denken und angemessene Rücklagen bilden", forderte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Eine Reduzierung des Beitragssatzes um 0,1 Prozent würde für den Durchschnittsverdiener eine Entlastung von 1,60 Euro im Monat bedeuten. Spätestens ab 2023 müssten die Beschäftigten aber bitter dafür bezahlen.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Masche, plädierte für eine bessere Unterstützung für die Bezieher von Grundsicherungsleistungen. Der Verband fordere einen Freibetrag von 200 Euro, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Dies wäre ein wirksames Mittel gegen Altersarmut. Bisher würden die Rentenerhöhungen komplett mit der Grundsicherung verrechnet.

Rentenpolster wird geringer

Die Rentenversicherung erklärte zuletzt Mitte Oktober, das Rentenpolster sei immer noch etwas besser gefüllt als bislang erwartet. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hätten Beitragszahler 4,2 Prozent mehr eingezahlt als im Vorjahreszeitraum. Dennoch sank die Reserve der Rentenversicherung von 29,6 Milliarden Euro im August auf 28,9 Milliarden Ende September. Eine zunehmende Belastung für die Rentenkasse sind insbesondere die starken Babyboomer-Jahrgänge, die vor dem Wechsel in die Rente stehen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: MDR | 01.01.2017 | 00:01 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 21:12 Uhr