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Die richtige Krankenkasse finden

16.05.2012

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Über 100 gesetzliche Krankenkassen gibt es in Deutschland. Die medizinischen Leistungen sind bei allen Kassen einheitlich gesetzlich geregelt. Rund 95 Prozent der Leistungen - dazu gehören medizinisch begründete Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte - müssen von allen Kassen übernommen werden. Unterschiede gibt es beim Service und bei den Zusatzleistungen. Mit der richtigen Krankenkasse kann man so schnell mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Krankenkasse nach den eigenen Bedürfnissen aussuchen

Die Wahl der Krankenkasse hängt von den eigenen Bedürfnissen und der aktuellen Lebenssituation ab. Gesunde interessiert anderes als Kranke. Was für Familien interessant ist, betrifft Rentner oder Singles nicht. Darum lohnt es sich immer mit einer individuellen Checkliste die Leistungen die Krankenkassen zu erfragen.

 

Vorsicht bei Wahltarifen

Fast alle gesetzlichen Krankenkassen bieten Wahltarife an. Damit können Versicherte beispielsweise bestimmte Extraleistungen gegen Aufpreis versichern, erhalten Bonus- oder Prämienrückzahlungen, wenn sie nur geringe Kosten verursachen. Selbstbehalt­tarife können teuer werden, falls man wider Erwarten doch erkrankt oder einen Unfall hat. Dann zahlt man im ungünstigsten Fall drei Jahre lang mehr als den normalen Kassenbeitrag. Die Wahltarife der Krankenkassen, in denen man Prämien für den Verzicht auf Arztbesuche bekommt, sind riskant: Arztbesuche sollte man nicht vor sich herschieben, um die Prämie zu retten.

 

Wechsel rechtzeitig ankündigen

Prinzipiell gilt: Jedes Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung darf seine Kasse wechseln. Die neue Kasse darf niemanden ablehnen, egal ob er alt und krank ist. Dabei gilt es allerdings, bestimmte Fristen einzuhalten: Freiwillig- und Pflichtversicherte müssen mindestens 18 Monate in der neuen Krankenkasse bleiben. Dann gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. Anders sieht es bei speziellen Wahltarifen aus: Wer diese nutzt, bindet sich für gewöhnlich drei Jahre fest an seine Krankenkasse. Die Mitglieder dürfen also nicht ohne Weiteres wechseln.

 

Privat versichert

Alle Deutschen müssen eine Krankenversicherung abschließen. Für einige stellt sich die Frage, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern wollen. Während die gesetzliche Krankenversicherung - mit wenigen Ausnahmen - grundsätzlich allen offen steht, kann man sich als Arbeitnehmer nur dann privat krankenversichern, wenn man ein Jahr lang die so genannte Jahresarbeitsentgelt-Grenze von 50.000 Euro überschritten hat.

Neben den Voraussetzungen unterscheiden sich die beiden Systeme auch in ihren Beiträgen. Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist der Beitrag vom Bruttoeinkommen abhängig. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr. Der Beitrag in der privaten Krankenversicherung ist dagegen abhängig von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand sowie dem gewünschten Versicherungsschutz. Mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung gehen Kunden eine lebenslange "Zwangsehe" ein, da eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse in der Regel ausgeschlossen ist. Darum muss man auch dieselben Beiträge zahlen, wenn man nicht mehr erwerbstätig ist. Wissen sollte man auch, dass Kinder und Lebenspartner ohne Einkommen in der privaten Krankenversicherung nicht kostenlos mitversichert sind.

Und Vorsicht vor günstigen Locktarifen. Sie enthalten häufig gefährliche Leistungslücken. Wer sich nur den „Magertarif" leisten kann, sollte dann besser die Finger von der privaten Krankenversicherung lassen.

 

Links
  • Stiftung Warentest hilft mit einem Produktfinder, die individuell beste Krankenkasse zu finden.   www.test.de
  • Die Verbraucherzentrale sagt, wie man die Krankenkasse ohne Probleme wechseln kann.   www.vzsa.de
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