200 Millionen für Lärmschutz und Grünes Bahn zeigt grüne Projekte an ICE-Strecke

Die Deutsche Bahn AG hat nach eigenen Angaben an der neuen ICE-Trasse Berlin-Erfurt-Nürnberg 200 Millionen Euro in den Umwelt- und Naturschutz investiert. Der Umweltbeauftragte der Bahn AG, Andreas Gehlhaar, sagte MDR THÜRINGEN, an der Strecke seien 600.000 Bäume gepflanzt und eine Fläche von über 5.000 Fußballfelder rekultiviert worden. Im Thüringer Wald wurden unter anderem Bergahorn und Eichen gepflanzt. Biotope wurden angelegt, um für Tiere neuen Lebensraum zu schaffen.

Eine große Rolle spielte laut Gehlhaar auch der Lärmschutz. In Städten und in der Nähe von Siedlungen seien insgesamt 100 Kilometer Schallschutzwände errichtet worden, wofür die Bahn nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro aufwendete. Mit dem Bau der Strecke waren erhebliche Eingriffe in die Natur verbunden. Allein auf dem Abschnitt durch den Thüringer Wald wurden 22 Tunnel gebaut und 29 Brücken errichtet.

Bahn: 80 Millionen für Ausgleichsmaßnahmen

Mit den Renaturierungs-Projekten entlang der Trasse sollen die Schäden an der Natur wieder ausgeglichen werden. Die Bahn war verpflichtet, für den Bau sogenannte Ausgleichsmaßnahmen zu leisten.

Nach Bahnangaben nehmen diese Projekte insgesamt 4.000 Hektar ein und kosteten 80 Millionen Euro. Unter anderem seien auf mehr als über 1.000 Hektar Hecken und Gehölze angepflanzt, Fichtenforste zu Laubmischwäldern umgebaut oder Extensivgrünland und Bergwiesen gepflegt worden. Auf Bahnkosten hätten auch Wanderfalken, Störche oder Fledermäuse neue Quartiere bekommen.

Start für ganze Strecke im Dezember 2017

Die neue Strecke soll ab Dezember auf voller Länge freigegeben werden. Bereits seit Ende 2015 fahren ICE auf dem Neubauabschnitt zwischen Erfurt und Halle/Leipzig. Das insgesamt zehn Milliarden Euro teure Neu- und Ausbauprojekt Berlin-München soll die Fahrzeit zwischen den zwei Städten auf etwas mehr als vier Stunden reduzieren.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte die Strecke wegen der massiven Eingriffe in die Natur als "äußerst fragwürdig" kritisiert.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13.09.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 19:45 Uhr

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